IT-Investitionsprogramm

Nicht nach dem Prinzip Gießkanne

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Warum Modernisierung der Verwaltung?

Auf die Frage, ob man sich mit dieser Haltung, die fast ausschließlich auf IT und Verwaltungsmodernisierung setzt, nicht dem Vorwurf des Lobbyismus aussetze, dem es nur darum ginge, sein eigenes Scherflein ins Trockene zu bringen, erklärte Abele: „Ich denke, dass die Forderungen nach Investitionen in IT und Verwaltungsmodernisierung berechtigt sind, da solche Projekte den positiven Begleiteffekt haben, dass dadurch die wichtige IT- und Dienstleistungsbranche in Deutschland direkt gefördert wird.“

Willi Kaczorowski, bei der Cisco Systems GmbH für den deutschen Public Sector zuständig, ergänzte: „Ich habe keine Schmerzen damit, wenn ein Lobbyistenverband Lobbyarbeit betreibt. Das ist schließlich seine Aufgabe. Mit der Diskussion, ob der BITKOM nun Lobbyarbeit betrieben hat, habe ich also keine Probleme. Er muss sie machen. Andere Branchenverbände, zum Beispiel der Verband der Bekleidungsindustrie, machen das genauso. Das gab es schließlich noch nie, dass 50 Milliarden über ein erleichtertes Ausschreibungsverfahren innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums in die Wirtschaft gepumpt werden.“

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Stefan Kondmann von BT Global Services meinte dazu: „Es gibt aus meiner Sicht noch ein zweites, sehr starkes Argument für die IT-Branche. Die Finanzkrise ist – wie jeder andere Krise auch – Motor für Innovationen. Es wurde bereits erwähnt, dass es eine solche Situation noch nie gegeben hat. Diese außergewöhnliche Situation hat auch in der Öffentlichen Verwaltung dazu geführt, dass die Bereitschaft zu Veränderungen sehr viel höher geworden ist. Ich habe diese Erfahrung in vielen Gesprächen gemacht. Diese Bereitschaft, Neues zu versuchen, gilt übrigens nicht nur für den finanziellen Bereich, wenn es also darum, geht Kosten zu sparen, sondern auch im organisatorischen. Jetzt wird gemeinsam überlegt, was können wir an Impulsen setzen, welches sind die Kriterien, die ich erfüllen muss, um sowohl die Wirtschaft zu stützen als auch die Verwaltung zu modernisieren. In dieser Diskussion mit der Öffentlichen Verwaltung sind die Aspekte Nachhaltigkeit und Reinvestitionen im Sinne von Ertrag aus meiner Sicht die besten Argumente für die IT. Denn bei den angestrebten Innovationen geht es nicht um den olympischen Ansatz, in dem Sinne, wer den leistungsfähigsten Rechner vorzuweisen hat, sondern es geht auch und immer um den Prozessbereich. Die neuen Abläufe und Innovationen, die daraus entstehen, helfen mehr als Beton – um nochmal das Bild des BITKOM zu verwenden – und auch mehr als die Abwrackprämie. Aus meiner Sicht ist das der eigentliche Exportschlager eines künftigen Standorts Deutschland.“

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