IT-Investitionsprogramm

Nicht nach dem Prinzip Gießkanne

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Startkosten bremsen Modernisierungsprojekte

Abele begründete diesen Umstand so: „Bei der IT-Konsolidierung zum Beispiel muss man – wenn man vorankommen möchte – erst einmal viel Geld in die Hand nehmen, um tatsächlich nennenswert Konsolidierung betreiben zu können.“

Denn wer sich dazu entschließe, habe bei Projektbeginn ja noch die alten laufenden Kosten, weil seine IT eben noch nicht konsolidiert sei. Das führe dazu, dass solche Projekte nicht oder nur stockend durchgeführt würden. Er unterstrich daher seine Auffassung: „Wenn man für solche Projekte Modernisierungsmittel bereitstellen würde, dann glauben wir, dass man die Geschwindigkeit solcher Projekte deutlich erhöhen könnte. Der Weg, den Bund und Länder bei solchen Projekten gehen, ist richtig. Aber viele Verwaltungen können Dinge, die eigentlich sinnvoll sind, mit ihrem Haushalt nicht abbilden. So kommt es zu Projekten, die – obwohl äußerst wichtig – nicht durchgeführt werden, weil sie erst einmal größere Investitionen mit sich bringen, das heißt, direkt haushaltswirksam Kosten produzieren; der Rückfluss, die Kosteneinsparungen, aber erst in den Folgejahren wirksam werden. Nehmen Sie nur folgendes Beispiel: Wenn Bund und Länder Shared Service Center einrichten wollen, dann sind solche Projekte heute zumeist so angelegt, dass die Behörden, die Leistung abgeben wollen, sehr häufig auch noch die Projektkosten bezahlen oder sich an diesen zumindest nennenswert beteiligen müssen. Gerade für solche Projekte, die ohnehin nicht einfach sind, weil an ihnen mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Interessen beteiligt sind, bedeutet das häufig das Ende.“

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Verstärkt werde dieser Trend noch durch fehlende interne Ressourcen. Vieles lasse sich unter den Bedingungen der Verwaltungen eben nur durch den Einsatz von externen Beratern umsetzen. Die Verwaltungen könnten daher nur begrenzt Projekte abwickeln, denn die Reststeuerung müsse natürlich immer beim Auftraggeber verbleiben.

Abele zog daraus die Konsequenz: „Die Mittel aus dem Investitionsprogrammen dürfen nicht nur in Hardware fließen, sondern müssen auch den sonstigen Ressourcen der Verwaltungen zugute kommen, damit die wichtigen Projekte auch gesteuert werden können. Ich habe die Hoffnung, dass das auch in der Bundesverwaltung so gesehen und entsprechend gehandelt wird.“

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