Arbeitswelt im Umbruch New Work in Kommunen

Autor / Redakteur: Kathrin Seiter und Marc Groß, KGSt / Manfred Klein

Homeoffice, Work-Life-Balance – Corona hat die Arbeitsbedingungen in der Öffentlichen Verwaltung auf den Kopf gestellt. Wie Kommunen vom New Work profitieren können, hat die KGSt untersucht.

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Die KGSt-Landkarte zum New Work
Die KGSt-Landkarte zum New Work
(© KGSt)

Die Arbeitswelt im Umbruch. Dieses Bild wird oft genutzt, um die Veränderung der Arbeit beispielsweise durch die Globalisierung oder die Digitalisierung zu beschreiben. Bis vor rund anderthalb Jahren blieb es allerdings oftmals bei dieser Beschreibung. Der „Druck“ für eine wirkliche Veränderung fehlte. Durch die Corona-Pandemie hat sich dies geändert. Die Digitalisierung in Deutschland und damit verbunden die Art und Weise wie wir arbeiten, hat auf den ersten Blick einen enormen Schub verpasst bekommen.

Pandemie erzwingt Veränderung

Der Ausnahmezustand hat gezeigt, dass Kommunen die Arbeit von heute auf morgen in vielen Bereichen umstellen können. Städte, Kreise und Gemeinden haben flexibel reagiert, als es darum ging, die Arbeitsfähigkeit aufrechtzuerhalten. In wenigen Tagen wurden durch die IT mobile Endgeräte in Betrieb genommen und Netzwerke für das Arbeiten im Home-Office aufgerüstet. Außerdem wurde Software wie Videokonferenzsysteme in Windeseile angeschafft. Das alles zeigt beispielhaft die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Kommunen und ihrer kommunalen IT-Dienstleister.

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Richten wir den Blick alleine auf Flexibilität und den Einsatz von Technologie, kann man sicherlich mit Fug und Recht behaupten, dass die Corona-Pandemie in Sachen Technologieeinsatz einiges beschleunigt hat, auch wenn viele Ad-hoc-Lösungen jetzt noch in den „Normalbetrieb“ zu überführen sind. Dieser Technologiesprung ist ein guter erster Schritt. Das allein wird aber nicht reichen, denn viele Verbesserungen wurden getreu dem Motto „In der Not gilt kein Gebot“ errungen.

Bei der Digitalisierung und der Gestaltung der neuen Arbeitswelt kann der Status quo nicht das Ziel sein. So gedacht, bleiben wir weit hinter den möglichen transformativen Potenzialen zurück. Zu oft wird noch auf die Imitation geübter physischer Prozesse in der digitalen Welt gesetzt und zu wenig über wirklich einschneidende Veränderungen nachgedacht. Aber genau darum geht es! Punktuelle Veränderungen allein reichen nicht aus. Gefragt ist eine gänzlich neue Haltung.

Und genau an dieser Stelle setzt New Work aus Sicht der KGSt an und beschreibt einen Ansatz, eine Haltung, der/die über isolierte Maßnahmen wie agile Methoden, neue Raumkonzepte und Selbstorganisation hinausgeht. Bei New Work muss das große Bild gezeichnet werden, welches alle Facetten der Arbeit betrifft. Nur so können Kommunen einen wirklichen Mehrwert für die Organisation, die Mitarbeitenden und schlussendlich für alle Akteure der örtlichen Gemeinschaft schaffen. Ganzheitlich verstanden und betrachtet, können die mit New Work verbundene Haltung und Methoden Kreativität und Innovationen fördern und auch die so oft beschworene Work-Life-Balance forcieren.

New Work bedeutet dabei insbesondere die Bürger und Kunden einer Kommune mit in den Blick zu nehmen. Denn auch für die örtliche Gemeinschaft ergeben sich neue Optionen. Beispielsweise eine Verwaltung, die

  • 1. co-kreativ Verwaltungsservices gestaltet und optimiert.
  • 2. gemeinsam mit der örtlichen Gemeinschaft in partizipativen Prozessen Kommune gestaltet.
  • 3. sich und die Politik systematisch im Sinne von Open Government öffnet.
  • 4. sich als attraktive Arbeitgeberin zukunftssicher aufstellt.

Ganzheitlich betrachten und verstehen bedeutet aber nicht, alles was möglich ist auch umzusetzen. Vielmehr geht es darum, einen passgenauen Weg zu finden. Dabei spielt vielmehr die örtliche Ausgangslage als die Größe einer Kommune die entscheidende Rolle. Beim Thema New Work gibt es daher weder einen richtigen Zeitpunkt für den Anfang noch eine Blaupause. Jede Kommune muss ihren eigenen Weg zur Umsetzung des New-Work-Ansatzes finden. Orientierung dabei bietet die KGSt-New-Work-Landkarte mit vier unterschiedlichen Stoßrichtungen, die Kommunen den Weg zum neuen Arbeiten ebnet.

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