Digitale Agenda

Neue Strategien für eine ­digitalisierte Welt

| Autor / Redakteur: von / Manfred Klein

Wir müssen in den nächsten Jahren erreichen, dass sich Entscheider in den wichtigen Institutionen unserer Gesellschaft auf diese Situationslogik der Informationsgesellschaft einlassen und lernen, diese strategisch zu nutzen. Das heißt, wir brauchen neue Management-Ansätze für eine Nutzer-zentrierte Gesellschaft. Wir müssen die strukturelle Logik (Wie funktioniert die Welt?) und Strategie (Wie können wir gestalten?) wieder miteinander in Einklang bekommen.

Solche historischen Scheidewege gab es immer wieder in der Geschichte der Menschheit. Machiavelli hat das für das 16. Jahrhundert beschrieben, Martin Luther brachte den Buchdruck und das emanzipatorische Denken der Renaissance zueinander und startete damit eine globale Revolution. Ähnliches erleben wir heute. Großstadtkino eben, aber nichts historisch einmaliges.

Es geht dabei also nicht um ein technisches, eher um ein logisches Verständnis. Strategie muss in der Netzwerkgesellschaft unter den „Bedingungen der Möglichkeit“ einer technologisch mediatisierten Welt gedacht und gehandelt werden.

Angela Ahrendts, die CEO von Burberry hat uns das seit 2006 in der ursprünglich nicht digitalisierten Mode-Industrie vorgemacht, indem sie ihren Chief Technology Officer auf die gleiche Stufe wie ihren Chief Creative Officer stellte und bei der Kommunikation mit den Kunden von den klassischen Medien zu sozialen Medien wechselte und indem sie das digitale Erleben auf der Website mit dem taktil-analogen Einkaufserlebnis in ihren Läden verknüpft hat: Nutzer-orientierung par excellence!

Ähnliches geschieht gerade in der papierbasierten Welt der Politik und Verwaltung. Wichtig ist aber, dass auch dort die Angela Ahrendts die Verantwortung übernehmen.

Orchestrierung der digitalen Agenda

Im Prinzip ist das einfach, aber eben nicht trivial. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, der das Potenzial digitaler Netzwerktechnologien hebt – wir brauchen eine Koordinierung über Ressort- und föderale Grenzen hinweg. Wir müssen Vernetzung, Datafizierung, Prozess-/Architekturdenken und Multistakeholder-Ansätze zusammenbringen und damit etwas kombinieren, was in der bisherigen Verwaltung nicht möglich war.

Um ein nutzerzentriertes, aber effizientes Digitalisierung umzusetzen, brauchen wir also drei Dinge:

  • Entscheider, die die Logik der digitalen Netzwerkgesellschaft grundsätzlich internalisiert haben und ihre Gestaltungsräume zu nutzen wissen.
  • Prozess-Architekten digitaler Staatlichkeit, die Industrialisierung, Interaktivität und Agilität gleichzeitig in Prozesse umsetzen können.
  • eine Organisationskultur, die Multistakeholderansätze, also intelligentes Schnittstellenmanagement zelebriert.

Nur, wenn wir es schaffen eine digitale Staatlichkeit zu etabilieren, die Standardisierung und Integration lebt, aber agil mit Ausnahmen umgehen kann, die Daten nutzt, aber auch Daten sicher schützt, die offen ist, aber diese Offenheit auch intelligent absichert, werden wir im Wettbewerb bestehen und dem Selbstverständnis unserer Gesellschaft entsprechen.

Das ist machbar, aber wir müssen es angehen. Die digitale Agenda leben heißt, die Transformation zu einer digitalen Staatlichkeit begleiten, die die Sensibilität für Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftliche Dynamik, Nachhaltigkeit und sozialen Ausgleich, die wir uns über die letzten Jahrzehnte erarbeitet haben, in das digitale Zeitalter übersetzt. Um das zu erreichen lohnt es sich gewohnte Arbeitsweisen abzulegen und sich auf neue einzulassen!

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Danke, Dominik! Gute Punkte, die weiter ausgearbeitet werden müssen. - Philipp Müller  lesen
posted am 14.03.2014 um 07:22 von Unregistriert

I like! Sehr gute Zusammenfassung! Ich hätte mir neben Logik und Strategie noch explizitere...  lesen
posted am 10.03.2014 um 13:41 von Unregistriert


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