Forschungslabor für neuen Personalausweis Neue Software soll den nPA alltagstauglich machen

Redakteur: Gerald Viola

Bisher kann die eID-Funktion des neuen Personalausweises (nPA) nur am PC genutzt werden. Jetzt wollen Bundesdruckerei und Humboldt-Uni die Plastikkarte mit Onlien-Ausweisfunktion für Fahrkartenautomaten, Tablet-PC und selbst für Smartphones fit machen – mit Open Source Software.

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Wolf Müller, Peter Frensch, Ulrich Hamann, Manfred Paeschke
Wolf Müller, Peter Frensch, Ulrich Hamann, Manfred Paeschke
(Foto: Bundesdruckerei)

Zur Eröffnung des „BeID“-Labors übergab die Bundesdruckerei die Software „eIDClientCore“ an das Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin. „eIDClientCore“ ist der Basis-Code zur Programmierung von Software für die Nutzung der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises. Die Uni stellt die Software als Open Source-Code bereit.

Mit „eIDClientCore“ ergreift die Bundesdruckerei in Berlin, die den neuen Personalausweis seit November 2010 produziert, eine weitere Initiative, um die Verwendung der eID-Funktion des nPA voranzutreiben. Die Software wurde nämlich von der Innovationsabteilung der Bundesdruckerei entwickelt.

„Unser Anliegen ist es, mit der heutigen Offenlegung des Software-Codes mehr Akzeptanz und Vertrauen zu schaffen, um so eine breite Nutzung der eID-Funktion in verschiedensten Diensten anzustoßen“, sagte Dr. Manfred Paeschke, Leiter der Innovationsabteilung der Bundesdruckerei.

Bereits im Juni hatte das Unternehmen einen Wettbewerb zu Anwendungsideen für den neuen Personalausweis gestartet. Die Preisverleihung von „eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag“ soll am 31. Oktober in Berlin stattfinden.

Und nun die neue Initiative: Professor Peter Frensch, Vizepräsident für Forschung der Humboldt-Universität, und Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH, haben das Forschungslabor „BeID-Lab“ eröffnet. Im neuen Labor, das an der Humboldt-Universität angesiedelt ist, setzen die Partner Forschungsarbeiten und Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der „Sicheren Identität“ und der Sicherheitstechnologien gemeinsam um.

„BeID-Lab“ steht für „Berlin elektronische Identitäten Labor“ und ist ein Ergebnis der bisherigen Forschungskooperation des Instituts für Informatik der Humboldt-Universität und der Bundesdruckerei GmbH.

„Die Forschungspartnerschaft mit der Bundesdruckerei eröffnet uns neue Möglichkeiten in der anwendungsorientierten Forschung“, erklärte Frensch. Hamann fügte an, dass Identitätsprüfungen in einem globalen, mobilen und digitalen Umfeld eine der zukünftigen Herausforderungen im Bereich der „Sicheren Identität“ darstellten und deshalb die Vernetzung mit Universitäten und Forschungseinrichtungen seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Innovationsstrategie der Bundesdruckerei sei.

„Im „BeID-Lab“ wollen wir unsere Industrie-Expertise mit dem Know-how der Humboldt-Universität bei der Analyse und dem Design von sicheren Systemarchitekturen und Smart-Cards zusammenbringen“, so Hamann.

nPA am Fahrkartenautomaten und mit dem Smartphone nutzen

Als erstes Projekt veröffentlichten die Partner die Software „eIDClientCore“. „Mit diesem Code erhalten IT-Experten eine Basis-Implementierung zur Programmierung eigener Anwendungen für die Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises und des elektronischen Aufenthaltstitels“, erklärt Professor Jens-Peter Redlich, stellvertretender Direktor am Institut für Informatik, unter dessen Leitung das neue Labor startet.

So könnten Entwickler ihre Ideen für den Einsatz des Personalausweises besser testen.

Einer der Vorteile: Bisher kann der neue Personalausweis lediglich am PC genutzt werden. „eIDClientCore“ ermöglicht die Datenübermittlung mittels Online-Ausweisfunktion von einem beliebigen Quellsystem aus. „Das können Fahrkartenautomaten, Tablet-PC oder Smartphones sein. Somit werden viele neue Dienste möglich“, freut sich Redlich.

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