Gemeinden in Kärnten

Neue Software soll 1,5 Millionen Euro einsparen

| Autor: Manfred Klein

Villach ist zusammen mit Klagenfurt Vorreiter bei der Einführung
Villach ist zusammen mit Klagenfurt Vorreiter bei der Einführung (Bild: Gerald Viola)

Die 132 Kärntner Gemeinden sollen in den kommenden Jahren eine einheitliche Verwaltungssoftware einführen, welche die Kernbereiche Rechnungswesen, Haushalt und Kasse abdeckt und die bei Bedarf um weitere Elemente ergänzt werden kann. Die beiden Gemeinden Villach und Klagenfurt werden das System auf jeden Fall übernehmen.

Aber auch darüber hinaus ist die Resonanz auf das Vorhaben positiv,heißt es aus der Landesregierung.Woran auch die Tatsache nicht ganz unbeteiligt sein mag, dass das Land bei einem Sofortumstieg die Basiskosten in den Kommunen übernehmen will. Nach angaben des Österreichischen Fernsehens (ORF) betragen die Gesamtkosten 300.000 Euro. Die Zusatzkosten für die Schulungen der Mitarbeiter und die Übernahme alter Datenbestände soll zwischen 5.000 und 20.000 Euro kosten.

Die Vertreterin des Landeshauptmanns, Gaby Schaunig (SPÖ) erklärte zu dem Projekt: „Eine zeitgemäße, einheitliche Software-Ausstattung der Gemeinden ist eine dringend notwendige Reform und gleichzeitig Basis für weitere große Reformen, die auf Land und Gemeinden zukommen – angefangen vom Rechnungswesen über Transferentflechtungen bis hin zur Struktur- und Aufgabenreform. Derzeit würden die Kärntner Kommunen acht verschiedene Software-Programme von fünf verschiedenen Herstellern mit einer nicht quantifizierbaren Anzahl unterschiedlichster Applikationen nutzen. Nun gebe es die Möglichkeit, auf eine neue, den künftigen Erfordernissen angepasste Software, umzusteigen.“

Der Landesrat Christian Berger (ÖVP) unterstrich die zu erwartenden Kostenvorteile. „Neben der Qualitätssteigerung bietet eine gemeinsame Kommunalsoftware auch massive Kostenvorteile, etwa durch einheitliche Schulung und Wartung. Damit erreichen wir jenen Level, der für eine effiziente, transparente und kostengünstige Verwaltung notwendig ist.“

Mit der Kommunalsoftware werde die Basis für eine einheitliche Vorgangsweise in der Verwaltung geschaffen. Durch den Umstieg auf die neue Software ergebe sich für die Kärntner Gemeinden eine Gesamtersparnis von bis zu 1,5 Millionen Euro.

Pro Gemeinde soll das Einsparungspotenzial bei rund 11.500 Euro liegen, womit die Umstiegskosten auf die neue Software schon nach eineinhalb Jahren wieder eingespielt worden sein sollen.

Nicht nur das Einsparpotenzial ist verlockend, auch der der Zeitpunkt ist günstig gewählt: 80 Prozent der Kärntner Gemeinden müssen in den kommenden Jahren ihre alten Anwendungen erneuern. Spätestens im Jahr 2020 müssen zudem alle Gemeinden auf eine neue Haushaltsrechnung umstellen.

Gewonnen hat die europaweite Ausschreibung übrigens der deutscha Anbieter Infoma. Nach erfolgter Auftragsvergabe will Infoma, nach Angaben von Gaby Schaunig und Christian Benger, in Kärnten seine neue Österreich-Zentrale aufbauen.

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