CeBIT und Public Sector Parc 2011

Neue Lösungen für die Öffentlichen Verwaltungen

21.03.2011 | Redakteur: Gerald Viola

eGovernment: IT statt Papier
eGovernment: IT statt Papier

Cloud Computing war auf der CeBIT unübersehbar. Und auch im Public Sector Parc konnten die Besucher der Wolke nicht entrinnen. Was sonst noch wichtig für die Öffentliche Verwaltung ist, hat die eGovernment-Redaktion in der neuen Printausgabe zusammengestellt, die heute erscheint. Sie können sich hier bereits online informieren.

Zugegeben: Die passende AusweisApp kommt erst Ende des Jahres und die bisher zertifizierten Lesegeräte können mit einer elektronischen Signatur im neuen Personalausweis noch nichts anfangen. Aber: Der Vorstoß, den Hessen bei den Online-Anträgen zur EU-Dienstleistungsrichtlinie unternimmt, ist beispielhaft und könnte eGovernment umkrempeln und medienbruchfreie Prozesse in den Öffentlichen Verwaltungen voranbringen.

Auf der CeBIT (hier geht es zur Bildergalerie) zeigten das Land Hessen, die Bundesdruckerei und SAP, wie eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) innerhalb weniger Minuten auf den neuen Personalausweis übertragen und genutzt werden könnte. Bisher dauert der Antragsprozess für eine digitale Signatur fünf bis zehn Arbeitstage. Die Daten des Anwenders müssen dabei erst digital und nach einem persönlichen Identifikationsvorgang per Post bei einem akkreditierten sogenannten Trustcenter eingehen. Erst dann dürfen sie bearbeitet werden.

Um innerhalb von Minuten eine QES beantragen und nutzen zu können, muss sich der Anwender online mit seinem neuen Personalausweis authentifizieren. Die Daten gehen verschlüsselt direkt an ein Trustcenter, wie beispielsweise das der Bundesdruckerei: „D-TRUST“. Dort wird umgehend ein Zertifikat erstellt und dieses über eine angepasste Version der „AusweisApp“ zurück auf den Personalausweis gespielt.

Signieren statt drucken

Die medienbruchfreie Abwicklung der Anträge wird bisher von gesetzlichen Schriftformerfordernissen unterbrochen, die eine persönliche, handschriftliche Unterschrift verlangen. Besitzt der Antragsteller keine elektronische Signatur, muss er die Unterlagen ausdrucken, unterschreiben und per Post an den Einheitlichen Ansprechpartner senden. Um die neue medienbruchfreie Verfahrensweise zu realisieren, „spendiert“ Hessen den Antragstellern eine zeitlich befristete elektronische Signatur und senkt damit deutlich die Verfahrenskosten, da die Prozesse komplett elektronisch ablaufen können.

Und auch für das Online-Banking bietet sich das Verfahren an: Eine Bank könnte ihren Kunden zeitlich begrenzte elektronische Signaturen (beispielsweise für jeweils zwölf Monate) zur Verfügung stellen. Die Kunden könnten dann mit nPA-PIN und Signatur-PIN Zahlungsaufträge signieren und ohne PIN/TAN sicher mit dem nPA agieren.

Neu im Portfolio der Bundesdruckerei sind darüber hinaus Systeme zur Echtheitsprüfung von Dokumenten für den privatwirtschaftlichen Markt, wie für Mobilfunkunternehmen, Autovermieter oder Banken: „VISOCORE Verify“ soll mithilfe moderner Dokumentenlesegeräte und passender Software Betrug und Identitätsmissbrauch bei Vertragsabschlüssen unterbinden.

Als erstes Unternehmen hat die Deutsche Messe eine konkrete Anwendung für den neuen Personalausweis angeboten. Inhaber des Ausweises mit freigeschalteter Online-Funktion erhielten für einen Tag freien Eintritt zur CeBIT. „Knapp 1.000 Besucher haben sich bequem und hochmodern ihr Ticket mit dem neuen Personalausweis gezogen“, so das Messe-Fazit. Freude bei bremen online services, die die Anwendung entwickelten. Das Projekt soll zur Hannover Messe wiederholt werden.

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