Milliardengrab eGK bald mit Organspende

Neue elektronische Gesundheitskarte in fünf Jahren schon Makulatur

| Redakteur: Gerald Viola

Und er gibt weitere Absichtserklärungen ab: „Zukünftig sollen Verwaltungsdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte online aktualisiert werden können. Ein Austausch der Karte – zum Beispiel bei Adress- oder Statusänderungen – ist dann nicht mehr notwendig.

Auf freiwilliger Basis können Versicherte notfallrelevante Informationen speichern lassen zum Beispiel über bestehende Medikationen, Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten, aber auch Informationen zu Schwangerschaft, Implantaten etc. Die Kontaktdaten des behandelnden Arztes können ebenso gespeichert werden wie die der im Notfall zu verständigenden Angehörigen. Im Notfall können diese Informationen von Ärzten bzw. Rettungsassistenten auch ohne Mitwirkung der Patienten gelesen werden.

Geplant ist auch die Einführung einer sicheren Kommunikation zwischen Ärzten. Heute wird vorwiegend der Postweg genutzt. Das führt zum einen dazu, dass einem mitbehandelnden Arzt wichtige Informationen nicht immer zeitnah zur Verfügung stehen. Zum anderen muss ein Arztbrief später in der Praxis aufwendig digitalisiert werden, damit die Daten in der Praxis-Software zur Verfügung stehen.

Die Voraussetzungen für einen schnellen und sicheren elektronischen Austausch von Informationen werden jetzt geschaffen. Zukünftig können Befunde dann schnell und sicher elektronisch von Arzt zu Arzt übermittelt werden.

Eine weitere Anwendung ist die Unterstützung einer einrichtungsübergreifenden Behandlungsdokumentation zu einem Patienten, wenn mehrere Einrichtungen oder Ärztinnen und Ärzte gemeinsam fallbezogen in die Behandlung eines Patienten eingebunden sind.“

Und dann wird''s noch etwas unverbindlicher: „Die jetzt ausgegebenen Gesundheitskarten sind auf diese Anwendungen vorbereitet. Die Notfalldaten können – wenn der Versicherte dies wünscht – ohne Austausch der Karte in Zukunft aufgebracht werden. Voraussetzung ist, dass sie die Tests erfolgreich durchlaufen und die strengen Sicherheitsregeln einhalten.

In weiterer Zukunft sind neben Notfalldaten auch eine Organspendeerklärung sowie eine Arzneimitteldokumentation, eine Impfdokumentation oder auch eine elektronische Patientenakte mit der elektronischen Gesundheitskarte denkbar, auf die über die Gesundheitskarte zugegriffen werden kann.“

Der Minister setzt auch auf mehr Sicherheit: „Anders als heute, wo Gesundheitsdaten zum Teil noch ungeschützt per Fax oder eMail ausgetauscht werden, können Gesundheitsdaten künftig, sobald sie die Arztpraxis oder das Krankenhaus nach Zustimmung von Arzt und Patient verlassen, mit der Gesundheitskarte individuell verschlüsselt werden. Analog kann bei der Kommunikation zwischen Ärzten der sendende Arzt die Daten für den empfangenen Arzt individuell mit seinem Heilberufsausweis verschlüsseln. Des Weiteren wird die Sicherheit dadurch erhöht, dass ein Austausch über sichere, nur für autorisierte Benutzer zugängliche Netze erfolgt.“

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Wenn ich mir überlege, dass mein Zahnarzt noch heute die Karteikarte aus meiner Kindheit nutzt und...  lesen
posted am 30.05.2012 um 10:30 von Unregistriert


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