Hessen macht gute Erfahrungen mit landesweitem Enterprise Data Warehouse

Neue Datenstrukturen braucht das Land für eGovernment

17.12.2010 | Redakteur: Gerald Viola

EDW-Schichten-Architektur (Quelle: Logica)
EDW-Schichten-Architektur (Quelle: Logica)

IT-gestützte Planungs- und Steuerungstools kommen heute in der Mehrzahl der Öffentlichen Verwaltungen zum Einsatz. Business-Intelligence-Anwendungen helfen beim gesetzlichen Berichtswesen, bei der Ge-staltung von Planungsszenarien oder im strategischen Reporting. Eine fehlende Strukturplanung vorab führt allerdings schnell zu einem Wildwuchs projektbezogener BI- und Data-Warehouse-Lösungen – mit negativen Auswirkungen in puncto Kosten und Planungsqualität.

In einem breit angelegten Remodellierungsprojekt hat das Land Hessen jetzt seine BI-Lösungen in einem landesweiten Enterprise Data Warehouse (EDW) konsolidiert – und sowohl an Geschwindigkeit als auch durch eine geringere Komplexität der BI-Architektur hinzugewonnen.

80 Prozent aller Verwaltungen in Deutschland nutzen mittlerweile Planungs- und Steuerungstools, weiß das Business Application Research Center (BARC) aus einer aktuellen Befragung unter 122 Entscheidungsträgern von kommunalen, Landes- und Bundesverwaltungen (Steuerungs- und Planungssysteme in der Öffentlichen Verwaltung; Einsatz, Erfolgsfaktoren und Hindernisse“ BARC-Institut Würzburg, Dezember 2009).

Vor allem im Haushaltswesen, in der Finanzplanung oder dem Personalwesen kommen IT-gestützte Systeme zur Datenvorhaltung und -auswertung zum Einsatz. Die Umstellung des Rechnungswesens auf die doppische Buchführung, neue gesetzliche Anforderungen sowie der demografische Wandel lassen vermuten, so die Analyse der Würzburger Marktforscher, dass der Einsatz von Steuerungs- und Planungssystemen in Zukunft über alle Fachreferate hinweg weiter zunehmen wird.

Zwar ist diese Entwicklung begrüßenswert, doch erfolgt die Einführung von BI-Lösungen in der Verwaltungspraxis sowie auch in vielen Unternehmen gerne projektfokussiert. Die Folge: Die BI-Landschaft besteht aus einer Vielzahl von themenbezogenen und voneinander unabhängigen Einzellösungen. Eine derartige Form der Anwendungsentwicklung führt mit der Zeit unweigerlich zu steigenden Betriebskosten. Mit dieser Situation sah sich auch die Landesverwaltung Hessen konfrontiert.

Seit 2006 wird dort SAP Business Warehouse (SAP BW) zum Aufbau des landesweiten Berichtswesens genutzt. Das Spektrum an bisher realisierten BI-Anwendungen reicht von zentralen Berichten wie beispielsweise einem buchungskreisübergreifenden Kostenstellenbericht über dezentrale Applikationen bis hin zur Erstellung des konsolidierten Gesamtabschlusses für das Land.

Mit der Einführung des Systems wurden BI-Projekte vor allem themenbezogen, orientiert an den speziellen Anforderungen einzelner Aufgaben aufgesetzt. Nachfolgeprojekte setzten teilweise auf früher realisierte Anwendungen auf.

Eine gemeinsame Struktur im Sinne einer übergreifenden Schichtenarchitektur war nicht gegeben. Die Folge: fehlende Übersichtlichkeit, inkompatible Datenmodelle, eine immer komplizierter zu wartende Systemlandschaft.

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