Aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Neue Arbeitsteilung im Krankenhaus – kein Fortschritt?

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Schlechte Perspektiven schaffen keine Arbeitszufriedenheit

Die von Gesundheitsexperten immer wieder geforderte „sachgerechte interdisziplinäre Kooperation der Berufe zur Verbesserung der Patientenversorgung“ komme dadurch kaum voran. Auch werde die Chance nicht genutzt, „die professionelle Rolle der Pflege im Krankenhaus zu stärken“ und damit den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten, die auch ihre Arbeitszufriedenheit erhöht. Dazu passt, dass die meisten Befragten angemessene Weiterbildungsmöglichkeiten vermissen: Nur knapp 17 Prozent der Pflegerinnen und Pfleger sind zufrieden damit, wie ihr Arbeitgeber sie in der Fort- und Weiterbildung unterstützt. Und lediglich ein gutes Drittel gibt an, bei Bedarf die nötige Weiterbildung zu erhalten.

Viele machen sich Sorgen um die Rente

Die Forscher vom IAT attestieren den Krankenhausbeschäftigten hohes Engagement. Trotzdem sehen sie insbesondere den Pflegebereich schlecht für eine Zukunft gerüstet, in der das Personalangebot schon wegen der demografischen Entwicklung zurückgeht und ein gravierender Fachkräftemangel droht. Während die Verantwortung der Beschäftigten wachse, blieben ihnen entsprechende Gestaltungsspielräume und Entscheidungsbefugnisse vorenthalten. In strategische Entscheidungen sehen sich viele Beschäftigte nicht hinreichend eingebunden – auch wenn diese ihren Arbeitsplatz unmittelbar betreffen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bezahlung: In der IAT-Umfrage sagen knapp zwei Drittel der Pflegekräfte, sie würden nicht ihrer Leistung angemessen bezahlt. Laut WSI-Lohnspiegel verdienen Krankenschwestern bei einer 40-Stunden-Woche brutto durchschnittlich 2.513 Euro im Monat, ihre männlichen Kollegen kommen auf 2.742 Euro. Spezialisierte Operationsschwestern und -pfleger erhalten im Durschnitt 3.247 und 3.533 Euro.

Helferinnen und Helfer in der Krankenpflege müssen sich mit weniger als 2.000 Euro im Monat begnügen.

Knapp die Hälfte der vom IAT befragten Pflegekräfte macht sich Sorgen, nicht genug zu verdienen, um später einmal eine auskömmliche Rente zu bekommen.

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