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Potenziale bei beruflicher Weiterbildung verschenkt Neue Arbeitsprozesse verlangen IT-Qualifikationen

| Autor / Redakteur: Maren Lesche / Gerald Viola

Europäische Dienstleistungsrichtlinie, elektronische Gesundheitsakte, Intranets, ELSTER. Der Öffentliche Sektor arbeitet heute service-orientiert und IT-gestützt. Mit dem Wandel der Arbeitsprozesse ändern sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten. Neben Fachwissen sind heute insbesondere IT-Kenntnisse gefragt. Doch wie steht es um die Qualifizierung der Angestellten?

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( Archiv: Vogel Business Media )

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Initiative IT-Fitness von Microsoft Deutschland und Partnern betrachtet die wirtschaftliche Bedeutung von beruflicher Weiterbildung. Neben dem produzierenden Gewerbe und der Dienstleistungsbranche wurde auch der Öffentliche Sektor untersucht. Wichtigstes Ergebnis: Trotz eines vergleichsweise hohen Anteils von Weiterbildung im Öffentlichen Dienst ist Deutschland in der europäischen Betrachtung eines der Schlusslichter.

Dabei stehen Behörden vor großen Veränderungen. Rund 30 Prozent der Verwaltungsmitarbeiter sind älter als 50 Jahre. Vor Jahren erlerntes Wissen kann heute nur noch bedingt angewendet werden. Zudem stellt die stetig zunehmende Datenflut neue Anforderungen an die Mitarbeiter. So hat sich die Anzahl der eMails in fünf Jahren pro Mitarbeiter im Öffentlichen Sektor mehr als verfünffacht. Tendenz steigend. Wurden 2006 in Deutschland noch 47 Prozent der 20 grundlegenden Behördendienste online bereitgestellt, sind es heute schon drei Viertel. Im Länderranking bei der Online-Verfügbarkeit von eGovernment-Diensten liegt Deutschland auf Platz zwei hinter Großbritannien.

Gezielte Qualifizierung zahlt sich aus

Die steigende Zahl an Informationen und die Modernisierung von Prozessen stellen neue Anforderungen an die Mitarbeiter und zwingen die Öffentliche Hand zu gezielten Weiterbildungsmaßnahmen. Doch wie intensiv wird tatsächlich qualifiziert? Laut Untersuchung des DIW bildet sich jeder Dritte Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst weiter. Im produzierenden Gewerbe tut dies nur jeder Vierte. Damit liegt der öffentliche Bereich deutschlandweit im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen eindeutig vorn. Betrachtet man jedoch die europäischen Nachbarn, dann ist Deutschland mit einem Anteil von 35 Prozent der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, die sich berufliche Zusatzkenntnisse aneignen, eines der Schlusslichter. Deutschland liegt weit abgeschlagen hinter Schweden, Großbritannien und Frankreich.

„Auf der deutschlandweiten Spitzenreiterposition kann sich der Öffentliche Sektor nicht ausruhen. Um den Anschluss an die eGovernment-Entwicklung in Europa nicht zu verlieren, müssen auch die deutschen Angestellten in Verwaltungen und öffentlichen Einrichtungen entsprechend qualifiziert sein. IT-Kenntnisse haben sich dabei zu einer wichtigen Kompetenz entwickelt,“ bekräftigt Achim Berg, Beiratsvorsitzender der Qualifizierungsinitiative IT-Fitness und Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.

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