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Datenschutz & eGovernment Nachlässig im Internet

| Redakteur: Manfred Klein

Jeder Internet-Nutzer kennt sie: Kontaktformulare, die den Nutzer in die Lage versetzen, dem Betreiber des Web-Angebots eine Nachricht zu hinterlassen oder die den Zugriff auf bestimmte Seiteninhalte des Web-Angebots erst möglich machen. Für die Nutzer eines solchen Angebots bleibt dabei häufig im Unklaren, was mit dem von ihnen abgegebenen Daten geschieht.

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( Archiv: Vogel Business Media )

So fürchten laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage 54 Prozent der deutschen Internet-Nutzer, dass ihre Daten im Netz nicht geschützt sind. Und dieses Misstrauen ist gerechtfertigt, denn mit den erhobenen Daten lassen sich nicht nur Konsumentenprofile erstellen und auswerten und Werbekampagnen zielgerichtet versenden. Durch den Verkauf personenbezogener Daten an Dritte lässt sich auch ganz hervorragend Geld verdienen. Weiteren Verwendungsmöglichkeiten sind technisch keine Grenzen gesetzt. Umso wichtiger werden daher die gesetzlichen Beschränkungen und die Selbstverpflichtung von Unternehmen und Behörden, die dem Kunden erläutern, was mit seinen Daten geschieht und in welchen, möglichst engen Grenzen, diese genutzt werden. Inwieweit die Anbieter diesem Gebot Folge leisten, hat eine Studie der Xamit-Bewertungsgesellschaft mbH untersucht, wobei die Tester die Webseiten von fast 16.500 Unternehmen, 1.190 Gemeinden und 1.770 Vereinen in Augenschein nahmen. Die Ergebnisse sind zum Teil recht erstaunlich.

Öffentliche Hand als schwarzes Schaf

So verheimlicht laut Studie jede dritte Gemeinde und jeder dritte Verein, was sie mit den gesammelten Kundendaten anstellen. Und auch Bundesbehörden nehmen es hier mit dem Datenschutz offenbar nicht so genau, denn auch die Bundesregierung (www.bundesregierung.de), das Auswärtige Amt sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verzichten auf ihren Internet-Seiten auf eine entsprechende Erklärung. Dazu merken die Autoren der Studie an: „Warum hier die bestehende Gesetzeslage ignoriert wird, ist nicht nachvollziehbar. Denn alle übrigen Bundesministerien verfügen über Datenschutzerklärungen.“ Pikant sei das Versäumnis des Auswärtigen Amtes vor allem deshalb, so die Verfasser, weil das Auswärtige Amt auch einen Online-Shop betreibe.

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(ID:2014020)