Modernisierungsschub

Nachhaltig und Konjunktur fördernd – das IT-Investitionsprogramm

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Verbesserung der IT-Organisation des Bundes

Strategische Vorteile, wie zum Beispiel die Herstellerunabhängigkeit sowie geringere Lizenzkosten, stehen bei der Entscheidung für Open-Source-Software (OSS) im Vordergrund. Der Bund fördert den Einsatz von OSS in seiner Verwaltung durch das Kompetenzzentrum OSS in der Bundesstelle für Informationstechnik im Bundesverwaltungsamt (www.bit.bund.de/cc-oss). Es berät die Bundesverwaltung in Fragen zur Wirtschaftlichkeit, zur Produktauswahl und -qualität sowie zu Lizenzen und macht die gesammelten OSS-Erfahrungen des Bundes interessierten Behörden zugänglich.

Um den OSS-Einsatz im Öffentlichen Sektor voranzutreiben, wird dieses Kompetenzzentrum mit 8 Millionen Euro aus dem IT-Investitionsprogramm erweitert. Dadurch können IT-Kosten in der Verwaltung langfristig gesenkt und die deutsche Software-Industrie gestärkt werden. Ziel ist, Deutschland beziehungsweise den Bund zum Vorreiter im OSS-Bereich für Länder, Kommunen und andere Staaten zu machen.

Die Bundesstelle für Informationstechnik, das Auswärtige Amt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik realisieren die drei Bestandteile der Maßnahme gemeinsam:

1. Erweiterung der Beratungskompetenz durch personelle Aufstockung sowie durch das Angebot, externe Berater in Anspruch zu nehmen.

2. Neugestaltung des Internetauftritts des Kompetenzzentrum OSS mit Schwerpunkt auf Produktinformationen und Web2.0-Funktionalitäten als Plattform für den Erfahrungsaustausch.

3. Entwicklung einer OSS-Distribution speziell für den Einsatz in Behörden unter besonderer Beachtung von verwaltungsspezifischen Anforderungen, zum Beispiel an Sicherheit und Funktionalität bei der Produktauswahl.

Die Investition in das OSS-Kompetenzzentrum ist – wie alle weiteren Maßnahmen des Programms, die den Einsatz von OSS fördern – in zweifacher Hinsicht konjunkturwirksam. IT-Firmen erhalten den Auftrag zur Durchführung der Maßnahme und damit einen wirtschaftlichen Impuls. Zudem wird im Sinne der Nachhaltigkeit durch den OSS-Einsatz erreicht, dass die Abhängigkeit von den wenigen großen Herstellern gelockert wird und künftig mehr lokale, mittlere und kleine Unternehmen Aufträge für die Anpassung und Weiterentwicklung der OSS-basierenden Software in den Behörden erhalten.

Die Förderung von Entwicklung und Produktion ressourcenschonender Geräte gehört ebenso zu den Zielen der Bundesregierung, wie die Reduktion des Energieverbrauchs im IT-Betrieb der Bundesverwaltung um 40 Prozent bis 2013. Ein Beschluss des Rats der IT-Beauftragten des Bundes vom 13. November 2008 und der „Aktionsplan Green-IT“, den Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft auf dem Dritten Nationalen IT-Gipfel am 20. November 2008 verabschiedeten, bilden die Basis für eine Reihe von Maßnahmen, die zum Teil mit dem IT-Investitionsprogramm umgesetzt werden.

Eine dieser Maßnahmen hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im April unter dem Stichwort „Rechenzentrums-Konsoldierung“ begonnen. Nachdem das BMU im letzten Jahr den Stromverbrauch seiner Rechenzentren für Informationstechnik und Telekommunikation durch Server- und Storagevirtualisierung und -konsolidierung um rund 60 Prozent reduzieren konnte, werden die beiden Rechenzentren in diesem Jahr in einem Raum zusammengelegt. Beanspruchten sie bislang insgesamt 250 Quadratmeter, werden sie künftig nur noch 35 Quadratmeter benötigen.

Die Mittel aus dem IT-Investitionsprogramm fließen vor allem in Hard- und Software, die den Energieverbrauch im IT- und TK-Rechenzentrum des BMU weiter reduziert: neue IT für die Telekommunikationsanlage, eine hinreichend dimensionierte unterbrechungsfreie Stromversorgung und eine energieeffiziente Klimaanlage.

Dank dieser Investitionen – die ohne das IT-Investionsprogramm nicht möglich gewesen wären – kann das BMU ein Rechenzentrum in Betrieb nehmen, das eine bessere Energiebilanz aufweisen wird, als seine beiden Vorgänger und damit die Ziele der Bundesregierung in puncto Green-IT unterstützt. Zugleich ist die Maßnahme ein wesentlicher Baustein für die erneute Zertifizierung des BMU nach den strengen Richtlinien des Gemeinschaftssystems für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (Eco-Management and Audit Scheme, kurz: EMAS) der EU.

Das neue Rechenzentrum wird auch ein Beleg für die Nachhaltigkeit der Investitionen sein. Ziel ist, durch die neue Infrastruktur eine höhere und bessere Leistung zu erzielen und noch mehr Kunden den Zugriff auf das energieeffiziente Rechenzentrum zu ermöglichen, ohne den Energieverbrauch wesentlich zu steigern.

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