Modernisierungsschub

Nachhaltig und Konjunktur fördernd – das IT-Investitionsprogramm

22.07.2009 | Autor / Redakteur: Martin Schallbruch, IT-Direktor im Bundesministerium des Innern / Manfred Klein

Basis. Die vier Säulen des Investitionsprogramms
Basis. Die vier Säulen des Investitionsprogramms

Das IT-Investitionsprogramm im Rahmen des Konjunkturpakets II hat zwei Zielstellungen: Die Bundesverwaltung sicherer, umweltfreundlicher, effizienter und bürgernäher zu gestalten sowie die deutsche IKT-Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Martin Schallbruch, IT-Direktor im Bundesministerium des Innern, erläutert das Potenzial des Programms anhand konkreter Maßnahmenbeispiele.

Deutschland zählt zu den führenden IKT-Nationen in Europa und kann sich hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit im IKT-Bereich auch international gut behaupten. Das zeigen aktuelle Benchmarking-Reports, wie zum Beispiel der 12. Faktenbericht 2009 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Wenn wir uns weiter auf Wachstumsbereiche, wie mobile Anwendungen, Green IT, Sicherheitstechnologien und innovative Dienstleistungen fokussieren und unsere Innovationskraft bündeln, kann der IKT-Standort Deutschland diese gute Position weiter ausbauen. Da die Öffentliche Hand für die IKT-Wirtschaft ein bedeutender Auftraggeber ist, besteht unsere Aufgabe vor allem darin, richtungsweisende Impulse zu geben.

Hier setzt das IT-Investitionsprogramm an, das der Deutsche Bundestag im Rahmen des „Gesetzes für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland“ im Februar 2009 beschlossen hat: In den Jahren 2009 und 2010 fließen zusätzliche 500 Millionen Euro in Informations- und Kommunikationstechnik der Bundesverwaltung. Die Schwerpunkte des IT-Investitionsprogramms wurden vom Rat der IT-Beauftragten auf die Schlüsselbereiche IT-Sicherheit (ca. 202 Mio. Euro), Green-IT (ca. 100 Mio. Euro), Zukunftsfähigkeit/Innovationen (ca. 84 Mio. Euro) und Verbesserung der IT-Organisation des Bundes (ca. 78 Mio. Euro) gelegt. Damit setzt der Bund seine nachfrageorientierte Innovationspolitik gezielt in IKT-Bereichen mit großem Potenzial um. An welchen Punkten die Maßnahmen aus dem IT-Investitionsprogramm die Arbeit und Kommunikation in der Verwaltung optimieren können, lässt sich an Beispielen aus den vier Schlüsselbereichen des Programms zeigen.

IT-Sicherheit

In modernen Verwaltungen sind IT-gestützte Arbeitsabläufe mittlerweile von so zentraler Bedeutung, dass der Sicherheit von IT eine essenzielle Bedeutung für die Kommunikations- und Handlungsfähigkeit des Staates zukommt. Zugleich sind IT-Infrastrukturen im öffentlichen Sektor immer häufiger Ziele von Angriffen. Die Bundesverwaltung ergänzt und erneuert ihre Sicherheitsvorkehrungen daher stetig, um sich vor neuen Gefahren zu schützen. Das IT-Investitionsprogramm bietet ihr jetzt die Chance, über den eigenen Schutz hinaus den Technologiefortschritt voranzutreiben, indem sie die Entwicklung und den Kauf von IT-Sicherheitsprodukten und -Dienstleistungen fördert. So zielen mehrere Maßnahmen des Programms darauf, dass wir in der Bundesverwaltung jederzeit einheitlich mobil und sicher per Sprache, eMail oder Netzwerkzugriff kommunizieren können.

Zum Beispiel werden in Zusammenarbeit mit Herstellern und Dienstleistern neue Gerätegenerationen für die in der Bundesverwaltung genutzten Mobiltelefone, PDAs und Notebooks entwickelt. Zudem werden die Produkte vereinheitlicht. Die neuen Geräte werden die gestiegenen Sicherheitsanforderungen erfüllen und zugleich den aktuellen Anforderungen hinsichtlich Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit gerecht.

Bis zu 1.500 neue PDAs werden die verschlüsselte mobile eMail-Kommunikation der Bundesverwaltung sicherstellen. Des Weiteren werden bis zu 2.000 neue Geräte mit einer Zulassung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik für die verschlüsselte mobile Telefonie eingesetzt. Für die Interoperabilität mobiler Sprachgeräte mit Verschlüsselung wird ein Standard erarbeitet, damit die Bundesverwaltung flexibler agieren und verschiedene Produkte nutzen kann, die verschlüsselt und sicher untereinander sowie auch zu den Funkgeräten des digitalen Polizei- und Feuerwehrnetzes kommunizieren.

Zudem werden neue Sicherheitstechnologien für die Netzinfrastrukturen der Bundesverwaltung beschafft. Durch die Implementierung zeitgemäßer Hard- und Software werden die Netze der Bundesverwaltung den erhöhten Sicherheitsanforderungen angepasst und künftig besser gegen die Gefahren aus dem Internet gerüstet sein.

Die Maßnahmen haben wir bereits gestartet: So sind die Anforderungen – an eine Software zur Abwehr von Schadprogrammen oder an die Bedienungsfreundlichkeit und Funktionalität von Geräten, aber auch in Bezug auf einen sicheren Anschluss von Verwaltungen an die Netze des Bundes – ermittelt und gebündelt worden. Erste Anwendungstests, etwa für mobile Geräte zur sicheren Sprach- und eMail-Kommunikation, laufen und die entsprechenden Vergabeverfahren sind in Vorbereitung.

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Umsetzungsstand des IT-Investitionsprogramms

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