KIVBF: Mit Business Warehouse Accelerator mehr Leistung und weniger Administration Nachbrenner für BI

Redakteur: Gerald Viola

Mit dem SAP Netweaver BW Accelerator unterstützt der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) seine Kunden dabei, mit tagesaktuellen Daten den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen. Die Daten aus dem Data Warehouse stehen nun für die Auswertungen in Sekundenschnelle zur Verfügung. Darüber hinaus konnte der KIVBF den Administrationsaufwand für die Pflege und Datenaggregation erheblich verringern.

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Die Deregulierung in der Versorgungswirtschaft und das damit verbundene Unbundling der Stromnetze haben kommunale Versorger wie Stadtwerke vor eine Vielzahl neuer Aufgaben gestellt. Sie müssen sowohl das buchhalterische Unbundling meistern, als auch umfassende Verbrauchsstatistiken erstellen. Ein schärferer Wettbewerb, verbunden mit höheren Anforderungen an ein aktives Kundenmanagement bei gleichzeitig knapp kalkulierten Budgets, setzt sie zusätzlich unter Druck.

An diesen Gegebenheiten muss auch der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) in Baden-Württemberg seine Leistungen ausrichten, denn er versorgt mehr als 550 Städte, Gemeinden und Landkreise mit IT-Dienstleistungen. Dazu gehört der Betrieb von SAP-Anwendungen für rund 230 kommunale Wirtschaftsbetriebe, davon über 40 Stadtwerke und zehn Krankenhäuser. Den Anwendern der SAP-Applikationen stellt der KIVBF zudem mit SAP Netweaver BW eine Data-Warehouse-Lösung für das Reporting, Analysen und weitere Aufgaben zur Verfügung.

Das Data Warehouse bietet eine integrierte Sicht auf unternehmensrelevante Informationen und eine Analyse dieser Daten. Gerade für die kommunalen Versorger sind diese Auswertungen, etwa von Nutzungsdaten ihrer Kunden, eminent wichtig. „Die Stadtwerke erwarten von uns für ihre Reports und Auswertungen eine Lösung, die so schnell ist wie ihre gewohnte Online-Umgebung“, erklärt Jürgen Heinrich, Leiter der Stabsstelle Innovation beim KIVBF. „Diese Kunden müssen immer mehr tagesaktuelle Daten analysieren. Dazu bedarf es eines hohen Systemdurchsatzes, den wir mit Netweaver BW allein nicht mehr garantieren konnten.“

Inakzeptable Antwortzeiten

Die Auswertungen lassen sich zwar beschleunigen, indem Aggregate angelegt werden, doch stößt das System auch damit ab einem gewissen Zeitpunkt an seine Grenzen: Die Antwortzeiten brechen ein.

Nicht nur für die langen Antwortzeiten und die entsprechende Belastung des Systems musste eine Lösung gefunden werden. Der zweite wichtige Grund, über eine Änderung nachzudenken, war der hohe administrative Aufwand für das Data Warehouse. Für die Mandantenfunktionalität in SAP Business Intelligence war es erforderlich, für jedes der 40 Stadtwerke einen eigenen Datenwürfel und getrennte Queries anzulegen.

Dies bedeutete, dass beispielsweise jede gesetzliche Änderung für eine kommunale Einrichtung vierzig Mal durchzuführen war. „An die Einbindung ganz neuer Themenbereiche ins Data Warehouse, zum Beispiel Finanzdaten aus dem Controlling, war mit diesen Ressourcen gar nicht zu denken“, erläutert Heinrich.

Die KIVBF stand vor einer grundsätzlichen strategischen Entscheidung. Es gab die Möglichkeit, in weitere Hardware in Form von Applikationsserver oder erweiterter Hauptspeicherausstattung für das SAP Warehouse zu investieren oder das Data Warehouse zu splitten und eine zusätzliche Installation aufzubauen. Beide Alternativen hätten hohe Kosten und einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet.

Die Lösung fand Heinrich bei einem Vortrag über den SAP Netweaver BW Accelerator (BWA) bei einem Treffen der deutschen SAP-Anwendergruppe. Die vorkonfigurierte und vorinstallierte BW-Appliance zur Beschleunigung des Datenzugriffs auf das SAP Data Warehouse versprach eine Performance, die mit den anderen Alternativen nicht zu erreichen war.

Bei der zugrunde liegenden Hardware entschied sich der KIVBF für HP. „Die HP-Hardware-Infrastruktur stand außer Frage, weil wir bereits beim Data Warehouse auf die Systeme dieses Herstellers setzen“, betont Heinrich. „Außerdem überzeugte uns das Einführungskonzept. HP bot uns die Gelegenheit, in einem Proof-of-Concept mit einer Teststellung und mit den eigenen Daten die nötigen Erfahrungen zu sammeln. So konnten wir eine fundierte Entscheidung treffen.“

Für das achtwöchige Proof-of-Concept lieferte HP den BW Accelerator auf einem ProLiant BL460c Blade Server auf der Basis von 64-Bit-Quad-Core-Xeon-Prozessoren von Intel als vollständig vorkonfigurierte Umgebung aus. Die Appliance musste lediglich an das Stromnetz angeschlossen und ins Netzwerk eingebunden werden.

Heinrich und sein Team hatten im Vorfeld Testdaten aus dem versorgungswirtschaftlichen Umfeld ausgesucht, extrahiert und mit entsprechenden Tabellen und Auswertungen aufbereitet. Dieser Bereich ist analysetechnisch besonders kritisch, denn die Daten sind mit sehr vielen Attributen versehen und lassen dementsprechend umfangreiche Abfragekombinationen zu.

„Der Probebetrieb mit diesen für uns kritischen Daten zeigte, dass die BW Accelerator Appliance die erforderliche Leistung bietet, um künftig auch ohne Aggregaterstellung sehr kurze Antwortzeiten erzielen zu können. Es wurde zudem klar, dass wir gleichzeitig den Zugriff auf Detaildaten einfacher sicherstellen können“, begründet Jürgen Heinrich seine Wahl.

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Antwortzeiten im Sekundenbereich

Seit dem Herbst 2008 setzt der Zweckverband die Appliance mit vier Blades für zwei Data Warehouses ein, auf die die Stadtwerke zugreifen. Seither kann das Rechenzentrum den Kunden fast dialogmäßige Antwortzeiten für Auswertungen bieten, die zum Teil unter zehn Sekunden liegen. Vor allem die Stadtwerke honorieren dies. Denn sie sind verpflichtet, ad hoc auf Anfragen der Regulierungsbehörde zu reagieren – sie müssen also kurzfristig die entsprechenden Zahlen abrufen können. Auch bei Kundengesprächen ist es notwendig, binnen weniger Sekunden auf Auswertungen zurückgreifen zu können.

„Unser Interesse ist es, die bestehenden Kunden zu binden und gleichzeitig auch neue zu gewinnen“, betont Jürgen Heinrich, „und diese Verbesserung des Leistungsangebots im Data Warehousing ist dabei von großem Vorteil.“

Mit der Appliance hat das Rechenzentrum auch die administrativen Probleme gelöst, denn der Verwaltungsaufwand hat sich deutlich reduziert. Zum einen fällt mit dem BW Accelerator die bislang notwendige Aggregaterstellung weg, zum anderen muss bei Änderungen oder neuen Auswertungen nicht mehr für jeden Kunden ein entsprechender Datenwürfel erstellt oder überarbeitet werden.

Ein Beispiel: Die Einrichtung eines Datenwürfels etwa in der Verbrauchsabrechnung bedurfte früher für einen Kunden ein bis zwei Tage – und das für die vierzig Kunden. Heute rechnet Heinrich für die gleiche Einrichtung mit einem Aufwand von insgesamt zwei bis drei Tagen. „Die Investitionen in Software und Hardware werden sich ausschließlich durch Einsparungen im Personalbereich in einem Zeitraum von zwei Jahren amortisieren“, berichtet Heinrich. „Der Mehrwert für unsere Kunden und dadurch generierte mögliche Umsätze sind hierbei noch nicht berücksichtigt.“

Freie Ressourcen für neue Angebote

Mit den frei werdenden Ressourcen kann Heinrich weitere Auswertungen aus anderen SAP-Modulen für die Kommunen aufsetzen. Dabei geht es im Umfeld des neuen kommunalen Haushaltsrechts (KHR) etwa um die Abbildung neuer betriebswirtschaftlicher Modelle im Data Warehouse. Auch für die Krankenhäuser werden neue Auswertungen und neue Informationsstrukturen aufgebaut, die sie seit der Gesundheitsreform benötigen. Ohne die SAP Appliance wäre Heinrich zufolge hierfür nicht nur der administrative Aufwand zu hoch gewesen – auch Kapazitäts- und Performance-Engpässe hätten es unmöglich gemacht.

Heinrich: „Mit den eindrucksvollen Ergebnissen dürfte es kein Problem sein, das Management von einer Erweiterung zu überzeugen. „Das Datenvolumen der Kunden wächst, und es liegt auf der Hand, dass noch mehr aktuelle Auswertungen gebraucht werden – und das mit hoher Aktualität.“

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