KIVBF: Mit Business Warehouse Accelerator mehr Leistung und weniger Administration

Nachbrenner für BI

04.08.2009 | Redakteur: Gerald Viola

Mit dem SAP Netweaver BW Accelerator unterstützt der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) seine Kunden dabei, mit tagesaktuellen Daten den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen. Die Daten aus dem Data Warehouse stehen nun für die Auswertungen in Sekundenschnelle zur Verfügung. Darüber hinaus konnte der KIVBF den Administrationsaufwand für die Pflege und Datenaggregation erheblich verringern.

Die Deregulierung in der Versorgungswirtschaft und das damit verbundene Unbundling der Stromnetze haben kommunale Versorger wie Stadtwerke vor eine Vielzahl neuer Aufgaben gestellt. Sie müssen sowohl das buchhalterische Unbundling meistern, als auch umfassende Verbrauchsstatistiken erstellen. Ein schärferer Wettbewerb, verbunden mit höheren Anforderungen an ein aktives Kundenmanagement bei gleichzeitig knapp kalkulierten Budgets, setzt sie zusätzlich unter Druck.

An diesen Gegebenheiten muss auch der Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken (KIVBF) in Baden-Württemberg seine Leistungen ausrichten, denn er versorgt mehr als 550 Städte, Gemeinden und Landkreise mit IT-Dienstleistungen. Dazu gehört der Betrieb von SAP-Anwendungen für rund 230 kommunale Wirtschaftsbetriebe, davon über 40 Stadtwerke und zehn Krankenhäuser. Den Anwendern der SAP-Applikationen stellt der KIVBF zudem mit SAP Netweaver BW eine Data-Warehouse-Lösung für das Reporting, Analysen und weitere Aufgaben zur Verfügung.

Das Data Warehouse bietet eine integrierte Sicht auf unternehmensrelevante Informationen und eine Analyse dieser Daten. Gerade für die kommunalen Versorger sind diese Auswertungen, etwa von Nutzungsdaten ihrer Kunden, eminent wichtig. „Die Stadtwerke erwarten von uns für ihre Reports und Auswertungen eine Lösung, die so schnell ist wie ihre gewohnte Online-Umgebung“, erklärt Jürgen Heinrich, Leiter der Stabsstelle Innovation beim KIVBF. „Diese Kunden müssen immer mehr tagesaktuelle Daten analysieren. Dazu bedarf es eines hohen Systemdurchsatzes, den wir mit Netweaver BW allein nicht mehr garantieren konnten.“

Inakzeptable Antwortzeiten

Die Auswertungen lassen sich zwar beschleunigen, indem Aggregate angelegt werden, doch stößt das System auch damit ab einem gewissen Zeitpunkt an seine Grenzen: Die Antwortzeiten brechen ein.

Nicht nur für die langen Antwortzeiten und die entsprechende Belastung des Systems musste eine Lösung gefunden werden. Der zweite wichtige Grund, über eine Änderung nachzudenken, war der hohe administrative Aufwand für das Data Warehouse. Für die Mandantenfunktionalität in SAP Business Intelligence war es erforderlich, für jedes der 40 Stadtwerke einen eigenen Datenwürfel und getrennte Queries anzulegen.

Dies bedeutete, dass beispielsweise jede gesetzliche Änderung für eine kommunale Einrichtung vierzig Mal durchzuführen war. „An die Einbindung ganz neuer Themenbereiche ins Data Warehouse, zum Beispiel Finanzdaten aus dem Controlling, war mit diesen Ressourcen gar nicht zu denken“, erläutert Heinrich.

Die KIVBF stand vor einer grundsätzlichen strategischen Entscheidung. Es gab die Möglichkeit, in weitere Hardware in Form von Applikationsserver oder erweiterter Hauptspeicherausstattung für das SAP Warehouse zu investieren oder das Data Warehouse zu splitten und eine zusätzliche Installation aufzubauen. Beide Alternativen hätten hohe Kosten und einen erheblichen administrativen Aufwand bedeutet.

Die Lösung fand Heinrich bei einem Vortrag über den SAP Netweaver BW Accelerator (BWA) bei einem Treffen der deutschen SAP-Anwendergruppe. Die vorkonfigurierte und vorinstallierte BW-Appliance zur Beschleunigung des Datenzugriffs auf das SAP Data Warehouse versprach eine Performance, die mit den anderen Alternativen nicht zu erreichen war.

Bei der zugrunde liegenden Hardware entschied sich der KIVBF für HP. „Die HP-Hardware-Infrastruktur stand außer Frage, weil wir bereits beim Data Warehouse auf die Systeme dieses Herstellers setzen“, betont Heinrich. „Außerdem überzeugte uns das Einführungskonzept. HP bot uns die Gelegenheit, in einem Proof-of-Concept mit einer Teststellung und mit den eigenen Daten die nötigen Erfahrungen zu sammeln. So konnten wir eine fundierte Entscheidung treffen.“

Für das achtwöchige Proof-of-Concept lieferte HP den BW Accelerator auf einem ProLiant BL460c Blade Server auf der Basis von 64-Bit-Quad-Core-Xeon-Prozessoren von Intel als vollständig vorkonfigurierte Umgebung aus. Die Appliance musste lediglich an das Stromnetz angeschlossen und ins Netzwerk eingebunden werden.

Heinrich und sein Team hatten im Vorfeld Testdaten aus dem versorgungswirtschaftlichen Umfeld ausgesucht, extrahiert und mit entsprechenden Tabellen und Auswertungen aufbereitet. Dieser Bereich ist analysetechnisch besonders kritisch, denn die Daten sind mit sehr vielen Attributen versehen und lassen dementsprechend umfangreiche Abfragekombinationen zu.

„Der Probebetrieb mit diesen für uns kritischen Daten zeigte, dass die BW Accelerator Appliance die erforderliche Leistung bietet, um künftig auch ohne Aggregaterstellung sehr kurze Antwortzeiten erzielen zu können. Es wurde zudem klar, dass wir gleichzeitig den Zugriff auf Detaildaten einfacher sicherstellen können“, begründet Jürgen Heinrich seine Wahl.

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