Thüringen Nach einem Jahr: Zwischenbilanz zur Online-Wache

Quelle: dpa

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Seit gut einem Jahr ist es in Thüringen möglich, Strafanzeigen online zu erstatten. Technisch ist das System aber noch nicht komplett ausgebaut.

Nach einem Jahr Online-Wache in Thüringen zieht das LKA des Landes eine erste Bilanz
Nach einem Jahr Online-Wache in Thüringen zieht das LKA des Landes eine erste Bilanz
(© Maksim Kabakou - stock.adobe.com)

Gut ein Jahr nach dem Start der Online-Polizeiwache in Thüringen sind nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) rund 12.800 Strafanzeigen über das Internet erstattet worden. In etwa der Hälfte der angezeigten Straftaten handele es sich um Vermögens- und Fälschungsdelikte, teilte eine LKA-Sprecherin auf Anfrage mit. Bei diesen wiederum gehe es fast ausschließlich um Betrug und Cyberkriminalität. Die sogenannte Online-Wache der Polizei gibt es in Thüringen seit Anfang Juli 2021. Zur Einordnung: Die polizeiliche Kriminalstatistik listet für 2021 insgesamt rund 130.000 erfasste Straftaten auf.

Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad der Möglichkeiten, Anzeigen online zu erstatten, steigt hier laut LKA das Aufkommen kontinuierlich. Knapp ein Drittel der online angezeigten Delikte betreffen den Angaben zufolge Straftaten gegen die öffentliche Ordnung, wozu etwa Beleidigungen, üble Nachrede oder Sachbeschädigungen gehören. Darüber hinaus seien knapp 1.600 weitere Hinweise etwa zu Verkehrsunfällen oder Ordnungswidrigkeiten online eingegangen. Bei der digitalen Anzeigenaufnahme wird die IP-Nummer des die Anzeige übermittelnden Gerätes gespeichert. Dadurch soll ein Missbrauch der Online-Wache verhindert werden.

Das Hochladen von Dateianhängen wie Fotos oder Videos ist bei Online-Strafanzeigen bei der Erstattung von Anzeigen derzeit noch nicht möglich. Nach LKA-Angaben hat dies allerdings nichts mit technischen Problemen zu tun, sondern entspreche den Planungen. Eine Upload-Funktion sei beim weiteren Ausbau der Online-Wache vorgesehen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wünscht sich dies nach Angaben ihres stellvertretenden Landesvorsitzenden Wolfgang Gäbler zeitnah. Wichtig sei allerdings, dass das System dann auch funktioniere – „damit nicht Zusatzarbeit entsteht“.

Nicht gedacht ist die Online-Wache für akute Notfälle. Hier muss der Polizeinotruf 110 gewählt werden.

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