In fünf Jahren sollen drei Millionen Euro Lizenzkosten gespart werden

München: Hat sich der Pinguin zu weit aus dem Fenster gelehnt?

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Effizienzsteigerung?

Durch eine konsequente Vereinheitlichung und Konsolidierung der städtischen Office-Vorlagen werde eine Verringerung von Formularen um etwa 30 Prozent erreicht. Gut so, mögen Kritiker anfügen und fragen, ob dies unter Microsoft nicht auch möglich gewesen wäre.

Nicht so recht nachvollziehbar erscheint auch folgende Rechnung: „Geschäftsprozesse, vor allem im Office-Bereich, werden optimiert. Wenn für sehr viele Beschäftigte die Arbeit ein Stück einfacher wird, ergibt dies zusammengerechnet pro Jahr die Arbeitsleistung von circa 80 Mitarbeitern, die künftig besser genutzt werden kann.“

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Darüber hinaus erwartet die Stadt München eine Einsparung von Lizenzkosten in Höhe von über drei Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren durch den Wegfall von Ersatzbeschaffungen und Updates.

Nächster Vorteil: Offene Standards. Die Fachprogramme, die die Landeshauptstadt „im Rahmen der Migration selbst erstellt hat“, könnten ihre Formulare und Dokumente direkt als ODF-Dokumente (Open Document Format) ausgeben, ohne dass dafür ein Office-Programm notwendig sei. „Mit offenen Standards werden Monopolstellungen vermieden und der Wettbewerb gefördert.“

Zusätzlich werde durch offene Formate eine langfristige Lesbarkeit der elektronischen Daten sichergestellt. Die elektronische Kommunikation mit den Bürgern sei auch nach der Umstellung der städtischen IT gewährleistet, weil OpenOffice auch die Daten anderer Programme verarbeiten könne. Letzteres steht übrigens im krassen Widerspruch zu einer Äußerung des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude, der bei seinem Feldzug gegen das Standardisierungsprojekt Microsoft Office OpenXML an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (Bericht auf Seite 1) schrieb: „Die Interoperabilität und die Kommunikation zwischen Behörden untereinander und Behörden und Bürgern wird durch zwei konkurrierende Dokumentenaustausch-Formate wesentlich erschwert.“ Das Projekt der Landeshauptstadt München, zunehmend freie Software einzusetzen, werde beeinträchtigt.

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