MOGDy – Munich Open Government Day

München bastelt an einer eGovernment Roadmap

16.03.2011 | Redakteur: Manfred Klein

MOGDy-Projektleiter Dr. Marcus Dapp will Bürgerideen und eGovernment zusammenführen
MOGDy-Projektleiter Dr. Marcus Dapp will Bürgerideen und eGovernment zusammenführen

Die Landeshauptstadt hat mit MOGDy, dem Munich Open Government Day, ein Projekt gestartet, das den Bürgern nicht nur mehr ePartizipationsmöglichkeiten und maßgeschneiderte eGovernment-Lösungen bescheren soll, sondern gleichzeitig ein erster Schritt in Richtung Open Data sein soll.

eGovernment Computing sprach mit Projektleiter Dr. Marcus M. Dapp.

Herr Dr. Dapp, welchen Zweck verfolgen die Stadt München und die Organisatoren mit dem MOGDy-Projekt?

Dapp: Als Innovationsprojekt stellt MOGDy den Einstieg der Stadt München in die neuen Themenfelder Open Government und Open Data dar; als Pilotprojekt der IT-Strategie ist es aber thematisch auf den Bereich „Digitales München“ limitiert. MOGDy verfolgt verschiedene Ziele: Erstens probieren wir innovative Open-Source-Technologien für die digitale Bürgerbeteiligung aus. Zweitens wollten wir konkrete Beteiligung, weshalb wir die Bevölkerung nach Ideen zum Digitalen München befragt haben. Drittens haben wir exemplarisch an einigen Datensätzen durchexerziert, was es für die Verwaltung bedeutet, Daten im Sinne der Open-Data-Prinzipien freizugeben. Und viertens wollen wir sehen, was engagierte, technisch versierte Bürgerinnen und Bürger aus unseren Daten machen können, das heißt, welchen digitalen Mehrwert eine Kooperation zwischen Verwaltung und Entwickler-Community der Münchner Bevölkerung insgesamt bescheren kann.

Mal ketzerisch gefragt: Wenn es bei MOGDy darum gehen soll, den Münchner Bürgern jene Online-Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die sie sich am meisten wünschen, was haben dann die Stadt und die Stadtverwaltung davon? Schließlich spielt die Musik unter finanziellen Gesichtspunkten gesehen beim eGovernment immer noch im Back Office der Verwaltungen, also bei der Prozessoptimierung, beziehungsweise bei den Massenverfahren zwischen Verwaltung und Wirtschaft. Welche Auswirkungen hat das auf die Umsetzung der einzelnen Projekte?

Dapp: Im größeren Zusammenhang geht es bei Open Government um die Ausrichtung der eGovernment-Strategie in Richtung größerer Offenheit. Wir erwarten, dass dies mittel- bis langfristig einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil für München darstellt. In wenigen Jahren werden sich Kommunen nicht mehr allein über das herkömmliche eGovernment differenzieren können, weil es alle eingeführt haben werden. Dafür sorgt nicht zuletzt die Bundesebene mit der schrittweisen Einführung von Infrastrukturvorgaben wie nPA, De-Mail ...

Woraus lassen sich dann also strategische Standortvorteile ableiten? Meiner Meinung nach daraus, dass die Kommune mit ihrer lokalen Community eine Partnerschaft eingeht, die neben gemeinsam erbrachten besseren Dienstleistungen für die Stadtbevölkerung auch zu einer größeren Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt führen. Analog zu Kundenbeziehungen einer Firma sollte eine Verwaltung Interesse an zufriedenen und ihrer Stadt „treuen“ Bürgern haben.

In der Umsetzung liegt die Kunst nun darin, ein Alignment zwischen den Bürgerideen und den sowieso durch eGovernment erforderlichen Maßnahmen herzustellen. Insofern sehe ich hier keinen Widerspruch, sondern eine Ausrichtung von eGovernment hin zu Offenheit.

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