Mobilfunk-Ausbau Müllfahrzeuge sollen Funklöcher in Ostprignitz-Ruppin aufspüren

Quelle: dpa

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Fünf Fahrzeuge der Abfallwirtschaft in Ostprignitz-Ruppin leisten auf ihren Restmülltouren jetzt Detektivarbeit. Innerhalb der nächsten zwölf Monate spüren sie Funklöcher auf. Die Daten dafür sammelt eine kleine Box, die Großes bewirken soll.

Mithilfe sogenannter Echtnetz-Boxen sammeln Müllfahrzeuge in Ostprignitz-Ruppin Daten zum Mobilfunknetz
Mithilfe sogenannter Echtnetz-Boxen sammeln Müllfahrzeuge in Ostprignitz-Ruppin Daten zum Mobilfunknetz
(© Andreas – stock.adobe.com)

Als einer der flächenmäßig größten und zugleich dünn besiedelten Landkreise in Brandenburg hat Ostprignitz-Ruppin bei der Mobilfunknetzabdeckung noch viel Nachholbedarf. „Vor allem in den Regionen abseits der Städte und Hauptverkehrsachsen aber auch in Waldgebieten hat man häufig kein oder nur wenig Netz“, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Dienstag. Nicht immer gelinge es, große Mobilfunknetzbetreiber für den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur zu gewinnen.

Deshalb soll nun ein neues Projekt im Landkreis die Erhebung neuer Daten in Sachen Funklöcher ermöglichen. In Gesprächen mit dem nordrhein-westfälischen Partnerlandkreis Coesfeld war man in Neuruppin auf ein dortiges Datenerhebungsverfahren mittels sogenannter „Echtnetz-Boxen“ des Ingenieursunternehmens STF-Gruppe aufmerksam geworden. Diese Boxen fuhren über einen Zeitraum von einem Jahr in Fahrzeugen der dortigen Abfallwirtschaft mit. „Aktuell gibt es ein solches Projekt auch in anderen Regionen Deutschlands, etwa im ostfriesischen Landkreis Aurich“, erklärte der Prokurist der in Dülmen (Coesfeld) sitzenden STF-Gruppe, Frédéric Dildei.

Im Land Brandenburg wird nun Ostprignitz-Ruppin der erste Landkreis sein, der die Boxen einsetzt. Auch hier werden Fahrzeuge der Abfallwirtschafts-Union (AWU) mit zwei solcher Boxen ausgestattet. Ziel ist es laut AWU-Geschäftsführer Matthias Noa, dass eine Box innerhalb der kommenden sechs Monate drei Mal auf jeder Route für die Restmüllentsorgung mitfährt. „Wir arbeiten auch viel mit Mobilfunktechnik, daher ist es uns selbst ein Bedürfnis, beim Aufspüren der Funklöcher behilflich zu sein“, sagte Noa.

Laut Landrat Rheinhardt ist die AWU für die Aufgabe bestens geeignet, weil sie aufgrund des Entsorgungsauftrags in jeden Winkel des Landkreises vordringt. „Geplant ist aber auch der Einsatz auf Feld- und Waldwegen, wofür wir etwa Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung, die diese Stecken abradeln, gewinnen werden“, sagte Dildei. Wie in Coesfeld ist das Projekt auf zwölf Monate angesetzt. Gemessen werden sowohl die Gesprächsqualität als auch die der Datenübertragung. Die Kosten dafür liegen dem Landrat zufolge im niedrigen fünfstelligen Bereich. Sie sollen von der Wirtschaftsförderung des Landkreises getragen werden.

Die erhobenen Daten sollen im Anschluss mit in die Verhandlungen um den weiteren Bau von Funkmasten in der Region genommen werden. Sollte es nicht gelingen, die Netzbetreiber für den Ausbau zu gewinnen, will der Landkreis laut Reinhardt die Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft des Bundes (MIG) hinzuziehen. Diese könnte den Netzbetreibern wiederum mit entsprechenden Förderangeboten Anreize bieten.

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