eGovernment-Lösung der Stadt Erfurt

Modulares Vorgehen als Schlüsselstrategie

| Autor / Redakteur: Bernd Hoeck / Regina Willmeroth

Rathaus der Landeshauptstadt Erfurt
Rathaus der Landeshauptstadt Erfurt (Bild: © prosiaczeq/ Fotolia.com)

Seit über zehn Jahren ist man in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt sehr erfolgreich im eGovernment. Das Erfolgsgeheimnis ist eine modulare Vorgehensweise auf Basis einer zentralen Plattform mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche, die über Schnittstellen an die entsprechenden Kernverfahren angebunden ist.

Am Thema eGovernment kommt heutzutage keine Kommune mehr vorbei. Neben gesetzlichen Vorgaben erwarten die Bürger im Zeitalter von Smartphones, eReadern und Tablet Computern einfach, dass auch Behördengänge zunehmend unabhängig von Ämteröffnungszeiten und langen Wartezeiten abgewickelt werden können.

Gemäß der Redewendung „Viele Wege führen nach Rom” kann auch der Weg vom grundsätzlichen Vorhaben, eGovernment in einer Kommune einzuführen, bis zur tatsächlichen Umsetzung auf unterschiedliche Art und Weise beschritten werden. Ein Blick auf die Angebote am Markt zeigt, dass es dort unzählige Fertiglösungen gibt, die ­eine schnelle Installation und Anwendung versprechen. Auch manche Sachbearbeiter drängen häufig darauf, möglichst zügig eine umfassende Lösung für ihr konkretes Anliegen zum Einsatz zu bringen. Die Versuchung ist somit groß, hier einfach zuzugreifen, um rasch eine Lösung präsentieren zu können.

Dr. Frank Roth, Leiter der Abteilung Datenverarbeitung bei der Stadt Erfurt, warnt jedoch davor, dieser Versuchung zu erliegen und eine dieser „Standard”-Lösungen einzusetzen: „Der Aufwand entsteht nicht bei der Installation, ­sondern im langfristigen Betrieb”, erklärt er. „Kosten- und Pflegeaufwand müssen auf Dauer im Rahmen bleiben, auch wenn die Installation zunächst vielleicht etwas aufwändiger ist.” Mit dem Thema eGovernment beschäftigen sich Roth und seine Kollegen in der thüringischen Landeshauptstadt bereits seit dem Jahr 2005, einer Zeit also, in der die digitale Abwicklung von Behördengängen wirklich noch in den Kinderschuhen steckte. Damals entschieden sich die Verantwortlichen dafür, einen für diese Anfangszeit noch etwas ungewöhnlichen Weg zu gehen, der sich jedoch als erfolgreich erwies.

Statt auf den Einkauf von Komplettlösungen setzt man in Erfurt auf ein modulares Vorgehen, bei dem lediglich die Basisdienste und Schnittstellen zu diesen Basisdiensten eingekauft werden. Die Firma cit erhielt bei der Ausschreibung den Zuschlag.

In Erfurt konnte 2008 bundesweit einer der ersten Online-Melde­registerauskünfte live gehen – basierend auf einer cit-Benutzeroberfläche verbunden mit dem Fachverfahren HSH Meso. Und auch heute arbeiten die Thüringer noch immer nach diesem Prinzip: Der Zugang zum Online-Angebot der Stadt Erfurt erfolgt stets über die einheitliche Benutzeroberfläche, die an ein dahinterliegendes Kernverfahren angebunden ist.

Roth ist von diesem Konzept überzeugt und sieht viele Vorteile in diesem Vorgehen: „Wir haben als eine der wenigen Kommunen ­bundesweit keinerlei Datenschutzprobleme oder Sicherheitsbedenken, da die Bürger keinen direkten Zugang zu den Kernverfahren haben. Alle Informationen und Services werden vom Formularserver nach extern bereitgestellt.” Der werde durch eine zentrale Firewall geschützt. Zusätzliche individuelle Firewalls für jedes einzelne Fachverfahren sind unnötig.

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