Höhere Qualität in der Pflege

Modifizierte Standardlösung schafft mehr Effizienz in der Prüfung

| Autor / Redakteur: Hinrich Herkewitz, Sopra Steria Consulting / Ira Zahorsky

(Bild: © fotohansel - Fotolia)

Negativschlagzeilen über Missstände in Pflegeeinrichtungen sind häufig. Das LASV des Landes Brandenburg ist für die Überprüfung der Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung zuständig und setzt dazu ein Heimaufsichtsportal ein.

Der demografische Wandel stellt das deutsche Pflegesystem vor immense Herausforderungen: Durch die Überalterung der Bevölkerung und die zunehmende Auflösung familiärer Strukturen steigt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen seit Jahren stark an. Die sozialen Träger stehen vor der Herausforderung, die erforderlichen Plätze zur Verfügung zu stellen und hierbei auch neue Wohnformen zu entwickeln. Hinzu kommt der sich abzeichnende Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt.

Daher sind die öffentlichen Stellen, die für die Überprüfung und Beratung der Einrichtungen zuständig sind, dazu gezwungen, ihre Prüfmechanismen zu schärfen und trotz hoher Arbeitsbelastung eine größtmögliche Pflege- und Betreuungsqualität sicherzustellen.

Ein Schlüssel hierzu liegt in der Effizienz und Zuverlässigkeit der internen Prozesse der Heimaufsicht, für die in Brandenburg die Aufsicht für unterstützende Wohnformen (AuW) im Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) verantwortlich ist. Konkret beinhaltet der Auftrag des Brandenburgischen Pflege- und Betreuungswohngesetzes, dass regelmäßig vor Ort in den Einrichtungen zu überprüfen ist, ob die gesetzlich verankerten Vorgaben eingehalten werden. Hierbei stehen der Schutz der Würde und das Recht auf Selbstbestimmung der Bewohner im Mittelpunkt.

Entdecken die Kontrolleure Mängel, werden die Träger und Mitarbeiter beraten, wie die Mängel behoben werden können. Darüber hinaus werden ordnungsrechtliche Maßnahmen ergriffen, wenn die Mängel nicht fristgerecht abgestellt werden. Ziel des LASV ist die Verwirklichung der Bewohnerrechte auf Hilfe zur Selbsthilfe, Unterstützung einer möglichst selbstbestimmten und selbstständigen Lebensführung, Verhinderung von Gefahren, die Wahrung der Privat- und Intimsphäre sowie die individuelle und gemeinschaftliche Mitwirkung der Bewohner bei der Gestaltung der Betreuungsprozesse.

Modifizierung einer Standard-Portallösung

Bis vor wenigen Monaten setzte das LASV eine IT-Lösung ein, die im Wesentlichen Ergebnisse und Daten erfasste, jedoch nicht alle Prozesse der gesetzlich festgelegten Überwachungstätigkeit vollumfänglich abbildete. Viele gewünschte Funktionen waren nicht vorhanden, Performance und Benutzerfreundlichkeit ließen zu wünschen übrig. Ein neues Vorgangsbearbeitungssystem sollte die vielfältige Überwachungstätigkeit der AuW unterstützen und die verwaltungstechnischen Abläufe erheblich vereinfachen. Für die Vielzahl der unterschiedlichen Verfahren sollte die Transparenz deutlich erhöht werden.

Daher hat sich die Behörde 2012 dazu entschlossen, ein neues IT-Verfahren auszuschreiben. In dem Ausschreibungsverfahren konnte sich Sopra Steria Consulting gegen neun Wettbewerber mit dem wirtschaftlich attraktivsten Angebot und dem größten Funktionsumfang durchsetzen. Auf den Vertragsabschluss folgte die Anforderungsanalyse. In mehreren Workshops spezifizierte ein sechsköpfiges Projektteam von Sopra Steria Consulting mit der Fachabteilung des LASV die Fachprozesse und analysierte das dahinter stehende Datenmodell, während parallel bereits die Entwicklung des Portals begann – ein Prozess, der sich aufgrund einiger technischer Fallstricke bis in das Jahr 2014 hinzog.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die ursprünglichen Probleme gelöst wurden.

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