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Modernes Einwohnermeldewesen nun auch in Thüringen im Einsatz

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Flexibilität ist Trumpf

Technisch gesehen ist das neue Einwohnermeldewesen auf Flexibilität ausgelegt: In einer serviceorientierten Architektur (SOA) sind alle Prozessschritte in flexibel miteinander kombinierbare Bausteine gefasst worden.

Damit können nicht nur dem Anwender die erforderlichen Arbeitsschritte in offener Reihenfolge angeboten, sondern auch Arbeitsschritte aus benachbarten Verfahren leicht eingebunden werden. Wird es notwendig Änderungen vorzunehmen, beispielsweise das Auswahlfeld „Geschlecht“ um „unbestimmt“ zu ergänzen, erfolgt dies einmal zentral und wird dann in alle abhängigen Prozesse übernommen.

Gleiches gilt für Teilprozesse wie beispielsweise die Namensänderung: Einmal definiert, kann der Prozess an allen relevanten Stellen aufgerufen werden. So punktet das neue Einwohnermeldewesen auch mit der Integration von Pass-/Ausweisregistern und des Wählerverzeichnisses sowie der Kopplung mit ergänzenden Verfahren wie beispielsweise der Raumordnung.

Diese Flexibilität setzt sich auch im organisatorischen Bereich fort. Kommunen können sich auf kommende gesetzliche Vorgaben und Anforderungen vorbereiten, indem sie bereits heute Organisationseinheiten (Mitarbeiter, Abteilungen, Standorte, Verantwortlichkeiten) im KM-Ewo leicht pflegbar festlegen und strukturieren und damit nicht nur die Zugriffsrechte klar regeln, sondern damit auch die Grundlage für vertiefende Kennzahlen und Statistiken beispielsweise für den Produkthaushalt schaffen.

Gut gerüstet in die Zukunft

Die nach Baden-Württemberg nächste erfolgreiche Einführung in Thüringen hat ebenfalls bestätigt, dass der Nutzen moderner und webbasierter Verwaltungssoftware den Aufwand der Systemumstellung mehr als rechtfertigt. In den Prozessen des Meldewesens kann die Effizienz durch Automatisierung von Routineaufgaben deutlich gesteigert werden. Neuen Anforderungen im Detail oder im Großen wie beispielsweise der Einführung von Produkthaushalten kann flexibel begegnet werden.

Als Ergebnis schafft das neue Meldewesen mehr Bürgernähe durch schnellere Prozesse, bessere Auskunftsangebote und Online-Möglichkeiten. So nutzten bei der Landtagswahl viele Bürger das neue System, um online ihre Briefwahlunterlagen anzufordern.

Die Projektpartner sind gut gerüstet, weitere Kommunen mit dem modernen Einwohnermeldewesen auszustatten. Es liegen bereits einige Anfragen von weiteren Städten und Gemeinden in Thüringen vor.

Rainer Kremser, Geschäftsbereichsleiter Produkte Kommunen bei der DZBW
Rainer Kremser, Geschäftsbereichsleiter Produkte Kommunen bei der DZBW
(Bild: DZBW)

Über den Autor:Rainer Kremser ist Geschäftsbereichsleiter Produkte Kommunen bei der Datenzentrale Baden-Württemberg.

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