IT-Konsolidierung in der Öffentlichen Verwaltung

Miteinander reden führt zum Erfolg

| Redakteur: Manfred Klein

Der gemeinsame Einkauf ist eine Grundvoraussetzung der IT-Konsolidierung
Der gemeinsame Einkauf ist eine Grundvoraussetzung der IT-Konsolidierung (Quelle: Amy Walters - Fotolia.com)

IT-Konsolidierung ist komplexesten Herausforderungen der Öffentlichen Verwaltung. Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) hat daher eine Einführung in das Thema herausgegeben. Sie bietet einen Leitfaden für die erfolgreiche Umsetzung von IT-Konsolidierungen. eGovernment Computing stellt die Studie vor.

Die Herausforderungen, mit denen sich die Öffentliche Verwaltung konfrontiert sieht, sind ebenso zahlreich wie bekannt. Nach wie vor ist die enorme Verschuldung der öffentlichen Haushalte ein brennendes Thema – Ende September 2013 standen die öffentlichen Haushalte Deutschlands mit 2.063 Milliarden Euro in der Kreide. Davon entfiel der Löwenanteil, mit 1.283 Milliarden Euro, entfiel dabei auf den Bund. Die Länder hatten Schulden in Höhe von 649 Milliarden Euro angehäuft und die Kommunen 133 Milliarden. Diese Summen haben Konsequenzen. Sie zwingen Politik und Verwaltung zu einem stringenten Sparkurs und engen den politischen und organisatorischen Gestaltungsspielraum massiv ein.

IT-Konsolidierung als Ausweg aus der Krise

Hinzu kommt das Problem des demografischen Wandels. Auch dieses schlägt in Form steigender Pensionsbelastungen auf die öffentlichen Haushalte durch und verstärkt die Sparzwänge. Beides zusammen – knappe Kassen und demografischer Wandel – führt wiederum dazu, dass die Öffentliche Verwaltung schon bald mit einem gravierenden Mangel an Fachkräften zu kämpfen haben wird. In solcher Lage wird das Thema IT-Konsolidierung schnell zum rettenden Anker. Gäbe es nicht auch hier ein kleines Problem: Der Konsolidierung der IT eilt der Ruf voraus, hochkomplex zu sein.

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Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin fasst in seinem Vorwort zur Studie diese Situation in folgende Worte: „Die Konsolidierung der öffentlichen IT ist eine der größten aber auch komplexesten Zukunftsaufgaben der deutschen Verwaltung. Sie betrifft Infrastrukturen und Technologien genauso wie Prozesse und Governance. Sie findet auf allen Ebenen und über Ressort- und Gebietskörperschaftsgrenzen hinweg statt. Und sie muss mehrdimensionale Optimierungsaufgaben lösen, indem sie zeitgleich technologische, betriebswirtschaftliche und politische Aspekte berücksichtigt. Dass es notwendig ist, hier aktiv zu werden, steht außer Frage. In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels – gerade im IT-Bereich –, der notwendigen Sanierung öffentlicher Haushalte und des intensiven globalen Standortwettbewerbs ist eine Konsolidierung der öffentlichen IT unumgänglich.“

Die Autoren der Studie wollen die Entscheidungsträger in den Verwaltungen bei der Bewältigung dieser schwierigen Herausforderungen unterstützen. Ihre Untersuchung soll einen Leitfaden liefern, der eine einfache und anschauliche Einführung in das Thema der IT-Konsolidierung bietet.

Theoretische Grundlagen werden kompakt erklärt, typische Vorgehensweisen sowie mögliche Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren angeführt. Praxisbeispiele, die vom langjährigen Fokus-Kooperationspartner Dataport bereitgestellt wurden, ergänzen den theoretischen Unterbau des Themen-Leitfadens.

Die Publikation richtet sich vor allem an Entscheider in Politik und Verwaltung und soll Ländern, Kommunen und involvierten Unternehmen als Orientierungshilfe beim Prozess der IT-Konsolidierung dienen.

Angesichts der beschriebenen Herausforderungen der Verwaltungen halten die Autoren fest: „Hauptziel ist es, Kosteneinsparungen (Effizienzsteigerung) und Steigerungen der IT-Leistungsqualität (Effektivitätssteigerung) zu erreichen. Nebenziele sind die Verbesserung der Transparenz und der Flexibilität sowie eine Vereinfachung der IT-Strukturen. Im Rahmen der IT-Konsolidierung werden IT-Infrastrukturen, -Komponenten und -Lösungen sowie Datenbestände vereinheitlicht und zusammengeführt. Hierbei ergeben sich zudem Größen und Verbundeffekte, die letztlich zu Effizienz- oder Effektivitätssteigerungen führen.“

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