Schutz von Mitarbeitern mit persönlichen Kundenkontakten

Mitarbeiterschutz gewährleisten

| Redakteur: Susanne Ehneß

Gewaltsame Vorfälle im Fachbereich Personal und Finanzen waren der Auslöser für den Landkreis, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen
Gewaltsame Vorfälle im Fachbereich Personal und Finanzen waren der Auslöser für den Landkreis, entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen (Bild: momius - Fotolia.com)

Im Gespräch erklärt René Drews, Anwenderbetreuer des Landkreises Oberhavel, weshalb das Projekt „Gewaltprävention“ ins Leben gerufen wurde – für 14 amtsfreie Kommunen, ein Amt mit fünf angehörigen Gemeinden und damit für insgesamt über 1.000 Mitarbeiter.

Herr Drews, was kann man sich unter dem Projekt „Gewaltprävention“ genau vorstellen?

Drews: Die Grundsatzerklärung gegen Gewalt bildet seit Januar 2013 die Basis für Maßnahmen zur Gewaltprävention im Landkreis Oberhavel. Das Sicherheitshandbuch, das im November 2013 eingeführt wurde, gibt Hinweise zum Verhalten vor, während und nach Gewaltvorfällen für Vorgesetzte und Mitarbeiter. Darüber hinaus wurden ein Seminarkatalog speziell zum Thema Gewaltprävention erarbeitet und umfangreiche Mitarbeiterschulungen durchgeführt. Der Landkreis stimmt sich regelmäßig mit der Polizei zum Thema ab und nutzt die Erfahrungen der geschulten Beamten im deeskalierenden Umgang mit Gewalttätern.

Im Zeitraum November 2012 bis 2013 wurden dem Fachbereich Personal und Finanzen über 38 gewaltsame Vorfälle gemeldet. Hiervon wurden neun Übergriffe bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Mehrzahl ereignete sich im Bereich des Jobcenters. Kleinere Eskalationen, die leider häufiger vorkommen, sind in dieser Zahl nicht berücksichtigt.

Die gemachten Erfahrungen waren für den Landkreis Oberhavel der Auslöser für die Gründung der Projektgruppe „Gewaltprävention“. Die Teilnehmer kommen dabei aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen. Die Arbeitsgruppe tagte im vergangenen Jahr zehnmal. Dabei wurden konkrete Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und Besucher der Kreisverwaltung erarbeitet. Im Rahmen der Arbeit fand 2013 ein Führungskräftecoaching zum Thema „Psychische Belastungen“ statt. Hier erhielten die Führungskräfte unter anderem Hinweise zu Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten verschiedenster Träger nach Gewaltvorfällen.

Ziel unseres Projektes ist es, mithilfe eines Gesamtpaketes den Mitarbeiterschutz zu erhöhen und die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Einzelne organisatorische Maßnahmen bilden dabei die Grundlage unserer Arbeit. Klare Handlungsanweisungen und Abläufe sollen den Mitarbeiter in die Lage versetzen, eine Bedrohungssituation schnell zu erkennen und angemessen reagieren zu können. Diese Maßnahmen haben für uns einen hohen Stellenwert, vergleichbar zum Beispiel mit den Verhaltensvorgaben bei einem Feueralarm.

Worin lag Ihres Erachtens die besondere Herausforderung des Projektes, bezogen auf Ihren Landkreis?

Drews: Die Herausforderungen lagen in der Größe unserer Verwaltung. Insgesamt arbeiten über 1.000 Mitarbeiter in verschiedenen Standorten für uns, die alle über zentralisierte IT-Anwendungen angebunden sind. Die für die Standorte individuell zugeschnittenen Maßnahmen erforderten eine enge Zusammenarbeit und ein hohes Maß an Koordination mit den unterschiedlichen Arbeitsbereichen.

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posted am 16.07.2014 um 08:28 von ELubey


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