Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung Mit Low-Code den digitalen Behördendienst beschleunigen

Ein Gastbeitrag von Mark Smitham

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In allen Bereichen des täglichen Lebens greift die Digitalisierung weiter um sich und stellt gerade Behörden vor große Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, erweisen sich Low-Code-Entwicklungsplattformen und deren robuste Öko-Systeme als enorm wertvoll für Behörden, um eine neue digitale Verwaltung zu schaffen.

Low-Code-Entwicklungsplattformen können Behörden beim Aufbau einer digitale Verwaltung unterstützen
Low-Code-Entwicklungsplattformen können Behörden beim Aufbau einer digitale Verwaltung unterstützen
(© Murrstock – stock.adobe.com)

Post-pandemische Trends und technologische Fortschritte werden sich als essentiell für den Vertrieb, die Bereitstellung und den Zugang zu eGovernment- und Digital-First-Services des öffentlichen Sektors herausstellen. Obwohl die Idee von datengesteuerten, technologiegestützten „Smart Cities“ auf das Jahr 1974 zurückgeht, musste der öffentliche Sektor, auf Grund der Pandemie, sichere und leicht zugängliche digitale Kanäle für Bürger und Personalverwalter neu erfinden.

Neueste Erkenntnisse der US-amerikanischen National Association of State CIOs zeigen eine rasante Entwicklung der Digitalisierung bei staatlichen und lokalen Behörden, die sich anfühlt, als wären die Deployments von zehn Jahren in nur acht Monaten ausgerollt worden. Zugleich steigen durch die erfolgreiche Verbreitung von eGovernance auch die Erwartungen von Verwaltungen, Bürgern, politischen Entscheidungsträgern und Aufsichtsbehörden in Bezug auf Flexibilität und Reaktionsfähigkeit der Behörden.

US-Studien verdeutlichen, dass die Zahl der Anwendungsfälle für Behörden aller Ebenen, die ihre Dienstleistungen und Planungsprozesse digitalisieren, steigt. Grund dafür ist die erhöhte Nachfrage nach Cloud- Computing, künstlicher Intelligenz, Internet of Things (IoT), 5G-Anbindung und Hyperautomatisierung. Experten weisen jedoch darauf hin, dass bereits existierende Anforderungen an den öffentlichen Sektor wie Kontrolle, Budgetierung und Materialbeschaffung potenzielle Herausforderungen für eine schnelle Transformation darstellen.

eGovernment als Lösung für steigende Anforderungen und Erwartungen

Um diesen digitalen Herausforderungen gerecht zu werden, erweisen sich Low-Code-Entwicklungsplattformen und deren robuste Öko-Systeme als enorm wertvoll für Behörden, die damit beauftragt wurden, eine neue digitale Verwaltung zu schaffen. Schließlich erwarten die Bürger von der öffentlichen Verwaltung, dass sie schnelle Entscheidungen treffen und in kurzer Zeit einen Mehrwert liefern kann. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss der öffentliche Sektor auf den Einsatz von Technologie setzen, um nicht nur gleichzeitig an mehreren Projekten arbeiten zu können, sondern auch intensiver mit den Bürgern zu kommunizieren.

Laut Gartner erwarten 60 Prozent der öffentlichen Einrichtungen weltweit, dass sich die Zahl ihrer digitalen Dienstleistungen bis 2023 verdreifacht. Regierungen auf nationaler Ebene unterstützen zudem die Modernisierung kritischer Altanwendungen um auf sich verändernde Umstände reagieren zu können. Beispielsweise wurde in den USA parteiübergreifend vorgeschlagen, veraltete IT-Systeme der Bundesbehörden durch moderne Infrastrukturen zu ersetzen.

Softwareentwicklung mit Low-Code unterstützt den öffentlichen Sektor bei der optimalen Nutzung verfügbarer Ressourcen und beschleunigt das Ausrollen innovativer Technologien. Die folgenden fünf Beispiele zeigen auf, wie führende Low-Code-Plattformen den digitalen Erfolg des öffentlichen Sektors vorantreiben können.

1. Kompatible Lösungen, maßgeschneidert für künftige Bedürfnisse

Studien belegen, dass Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung am häufigsten auf Schatten-IT zurückgreifen, wenn sie auf administrative Hindernisse stoßen und die erforderliche Technologie für die Erledigung der Aufgaben nicht vorhanden ist. Solche Ad-hoc-Lösungen setzen die Organisation einem erhöhten Risiko von Cyberangriffen aus. Die Standardsysteme von Anbietern von E inzellösungen können sich zudem im Nachgang als kostspielig erweisen, wenn unerwartete Krisen oder veränderte Bedingungen neue Anpassungen erfordern. Eine robuste Softwareentwicklungsplattform hingegen ist speziell auf die Ansprüche der iterativen Zusammenarbeit konzipiert. Offene Infrastrukturen mit integrierter Governance- und Konnektivitätskontrolle können die digitalen Dienste einer Behörde stabilisieren, unabhängig vom Beschaffungsprozess oder Budgetzuteilung.

Die Analysten von Gartner klassifizieren die Anwendung von Composable Software Apps (modulare, anpassbare und wiederverwendbare digitale Lösungen) als zentralen Faktor für Behörden, um neuen Erwartungen von Gesetzgeber und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

2. Modernisierung von Altsystemen

Der generelle Zuspruch für eine Digitalisierung des öffentlichen Sektors beschleunigt die Legacy-Modernisierung. Lokale und regionale Behörden untersuchen die Wirkung von IoT und vernetzten Geräten, KI und 5G-Konnektivität, um die betriebliche Effizienz diverser Dienste zu steigern. Dies geschieht u.a. bei Verkehrs- und Transportflüssen, Energieverbrauch und Beleuchtung, Gesundheitsüberwachung von Abfall, Wasser und Luftqualität, öffentliche Arbeiten und Sicherheit, Notdiensten sowie Ressourcenplanung und Zuweisung.

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Technologie war schon immer ein essenzieller Bestandteil lokaler Dienstleistungen. Die nächste Phase wird jedoch von hypervernetzter öffentlicher Infrastruktur ausgehen. Die extrem kurzen Latenzzeiten der seit langem versprochenen 5G-Konnektivität, die eine Vielzahl von IoT-Sensoren verbindet, wird der Dreh- und Angelpunkt sein, um die Entscheidungsfindung in Echtzeit und im großen Maßstab im öffentlichen Sektor zu realisieren.

3. Security by Design, von Anfang an

Die heutige Bedrohungslandschaft erfordert erhöhte Cybersicherheit, Datenschutz und vertrauenswürdige Verbindungen im digitalen Ökosystem der elektronischen Behördendienste. Selbst kleinere staatliche Transaktionen können finanzielle und rufschädigende Risiken und Verluste auslösen, wenn sie nicht entsprechend geschützt sind.

Der öffentliche Sektor muss potenzielle Softwareentwicklungsplattformen auf Governance, Kontrolle und Überwachung von Aktivitäten über die gesamte Anwendungslandschaft hinweg prüfen. Bei der Wahl des Plattformanbieters sollte darauf geachtet werden, dass die höchsten Zertifizierungen und Akkreditierungen von Drittanbietern vorhanden sind, wie beispielsweise die ISO-Norm, an der gemessen wird, ob Vorschriften im Bereich der weltweiten Informationssicherheit eingehalten werden.

Eine weitere Schutzebene bilden strategische Partnerschaften. Microsoft betreibt das globale, unparteiische Programm Defending Democracy zum Schutz von Wahlinfrastrukturen, einschließlich der E-Mails und Netzwerke von Wählern, politischen Parteien und deren Mitarbeitern. CloudFlare hat sich auf Endpoint-Sicherheitssoftware spezialisiert, die u.a. Krankenhausnetzwerke und -infrastrukturen schützt. Cloud-basierte Hyperscaler wie Alibaba, Amazon Web Services, Google, Huawei und Microsoft arbeiten auf höchstem Sicherheits- und Überwachungsniveau und beschäftigen eine große Anzahl an Software-Ingenieuren, um sichere Cloud-Plattformen zu betreiben.

4. Silos aufbrechen

Was ist die nächste Herausforderung für das eGovernment? Die Bereitstellung eines präzisen digitalen Identitätsnachweises, der das volle Potenzial von eGovernment-Diensten ausschöpft und gleichzeitig die Kosten senkt. Dafür gibt es jedoch zwei Hindernisse: Erstens muss die Öffentlichkeit darauf vertrauen können, dass die Behörden sensible Daten wie Steuer- und Gesundheitsdaten, Sozialleistungen, Bescheinigungen, Lizenzen usw. erfassen, speichern, schützen und den Zugang zu diesen kontrollieren. Gleichzeitig müssen die Behörden einen Weg finden, Identitätsnachweise über Behördensilos hinweg gemeinsam zu nutzen und zu validieren, indem sie sogenannte „digitale Identitätsökosysteme“ schaffen.

Die EU-Länder Belgien, Niederlande und Estland haben einen einheitlichen Identitätsregistrierungsdienst eingeführt, der Bürger unabhängig von ihrem geografischen Standort validiert. In den meisten Ländern, einschließlich der USA und dem Vereinigten Königreich, werden jedoch standardmäßig noch hybride Systeme papierbasierter Identifikation verwendet, in Form von Pässen, Sozial- und Versicherungskarten und biometrischen Scans von Fingerabdrücken.

Eine einfache und sichere Verbindung zu anderen Systemen und Datensätzen ist die grundlegende Voraussetzung bei der Einführung einer Entwicklungsplattform für Unternehmenssoftware. Plattformen mit zertifizierten Governance- und Kontrollfunktionen können die Identitätsauthentifizierung sicher und einfach in ihren Konnektoren integrieren.

5. Das Rad nicht neu erfinden

Weltweit bieten kommunale Behörden vergleichbare Dienstleistungen für ihre Bürger an. Sei es bei der Steuererhebung, der Abfallwirtschaft, der Durchsetzung von Verkehrs- und Parkvorschriften, bei Notdiensten oder bei der Registrierung von Geburten und Eheschließungen. Im Gegensatz zu privaten Unternehmen, die ausschließlich Wettbewerbsvorteile anstreben, können Organisationen des öffentlichen Sektors frei zusammenarbeiten und gemeinsam digitale Lösungen nutzen. Dadurch können Innovationen besser vorangetrieben und die Wertschöpfungszeit verkürzt werden.

Einige Städte haben beispielsweise bereits damit begonnen, Best Practices zur Regulierung des Einsatzes von KI im öffentlichen Sektor auszutauschen. So werden Behörden agiler und responsiver, wenn sie zusammenarbeiten und ihre Ansätze zur Modernisierung von Prozessen und der Priorisierung von Technologieeinführung miteinander teilen.

Digitale Lösungen, die allen nutzen

Die neue Ära erweiterter, elektronischer Behördendienste hat das Potenzial, Nachhaltigkeit, die Bürgerbeteiligung und den wirtschaftlichen Wohlstand zu fördern. Die Anwendungsentwicklung und Plattformintegration mit Low-Code können den öffentlichen Sektor bei seinen Zielen unterstützen und Probleme beseitigen, die durch monolithische Prozesse, Altsysteme und proprietäre Architekturen entstehen. Digitale Lösungen geben sowohl Endnutzern als auch Kommunalverwaltungen die Möglichkeit, die Flexibilität der heutigen Technologien und Dienste effektiv zu nutzen.

Mark Smitham
ist Lead for Public Sector Solutions bei Mendix. Er verfügt über fast 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Technologie und Regierungsbeziehungen im öffentlichen Sektor und war unter anderem als Senior Manager of EU Public Affairs bei Huawei und Senior Manager of Cybersecurity Policy bei Microsoft tätig.

Bildquelle: Mendix

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