Länderübergreifende Zusammenarbeit

Mit eGovernment in der Cloud 1,8 Milliarden Euro sparen

30.03.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Projekt Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) gemacht? Was davon lässt sich auf andere Regionen übertragen?

Häfner: Um es vorwegzunehmen: Die Erfahrungen sind durchweg positiv. Das in der Stuttgarter Erklärung zum 4. Nationalen IT-Gipfel im Jahr 2009 vorgeschlagene Modellvorhaben „Modellregion für kooperatives eGovernment in föderalen Strukturen“ wurde im Jahr 2010 umgesetzt und in der MRN etabliert. An der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages beteiligten sich neben den Vertretern der MRN die Länder Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und der Bund.

In der Entstehungsphase haben die Beteiligten Projekte vorgeschlagen und geplant, die heute bereits am Ende der ersten Projektphase sind. Ein Beispiel dafür ist der Aufbau eines D115-Servcicecenters in der Region. Dabei hat Rheinland-Pfalz die Patenschaft übernommen und finanziert ein Servicecenter für die Region mit Standort in Ludwigshafen. Die Einpassung in die rheinland-pfälzische Strategie haben wir zügig durchgeführt.

Die interessierten Teilnehmer der Region wie etwa die Stadt Mannheim werden in das Dienstleistungszentrum integriert. Die Basis der technischen Zusammenarbeit bildet eine gemeinsame Datenbank mit einer einheitlichen Software. Die Unterstützung organisatorischer Maßnahmen, wie etwa Beitrittserklärungen, sind ebenso Teil des Projektes. Die Ergebnisse sind und sollen auch für andere Regionen, wie zum Beispiel die Großregion Saar-Lor-Lux, übertragbar sein.

Westerfeld: Die Kooperationsvereinbarung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen trägt dazu bei, in der Metropolregion Rhein-Neckar über Ländergrenzen und Verwaltungsebenen hinweg den Aufbau einer vernetzten Verwaltung voranzutreiben. Das Ziel ist dabei die Entwicklung von innovativen eGovernment-Angeboten, die sich am Nutzen für Bürger und Unternehmen orientieren und aufseiten der Verwaltung eine hohe Wirtschaftlichkeit und Effizienz sicherstellen.

Wenn der politische Rahmen stimmt und die Beteiligten sich einig sind, dann sind viele praktische Erfolge möglich, wie eVergabe, D115, „Verwaltungsdurchklick“ und Vieles mehr.

Im Detail braucht es dennoch viel Energie und Abstimmung vor Ort, denn die „Quick-Wins“ fallen nicht so leicht vom Himmel. Wir sind besonders daran interessiert, dass die Online-Verfahren für Bürger und Wirtschaft umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Einreiseoptimierung“, das einen durchgängigen und IT-gestützten Online-Prozess zur Zuwanderung von Fach- und Führungskräften ermöglichen soll.

Benz: Das Projekt „Kooperatives eGovernment in föderalen Strukturen“ der Metropolregion Rhein-Neckar weist eine Reihe innovativer Ansätze auf. Baden-Württemberg, der Bund, Hessen und Rheinland-Pfalz haben sofort engagiert mitgemacht. Jeder Kooperationspartner übernimmt die Federführung für ein konkretes Projekt im Rahmen des Vorhabens. Baden-Württemberg betreut in diesem Zusammenhang ein Projekt „eGovernment bei Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz“. Hierbei ergeben sich Berührungspunkte zum Projekt „Prozessdatenbeschleuniger“ des Bundesinnenministeriums.

Die bisherige Zusammenarbeit hat gezeigt, dass alle mit hohem Arbeitseinsatz gestartet sind und deshalb schon erste Ergebnisse vorliegen. Der Prozessdatenbeschleuniger dürfte die Meldepflichten beim Bundesimmissionsschutzgesetz erleichtern. Wir können deshalb die Bundesimmissionsschutzgesetz-Genehmigungsverfahren genauer unter die Lupe nehmen.

Bei allen Projekten profitieren die ansässigen Wirtschaftsunternehmen und die Öffentliche Verwaltung durch Vereinfachung der Verfahrensabläufe. Und: Nach der Realisierung können eGovernment-Modelle, die sich in der Metropolregion bewährt haben, auch in andere Regionen übertragen werden.

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Sie liefern ausgezeichnete und hochqualitative Berichte. Meine Anerkennung für diese...  lesen
posted am 30.03.2011 um 10:00 von merger


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