Länderübergreifende Zusammenarbeit

Mit eGovernment in der Cloud 1,8 Milliarden Euro sparen

30.03.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Herr Westerfeld, wie geht man dabei am Besten mit den üblichen Problemen Ressorthoheit, Datenschutz, Datensicherheit etc. um?

Westerfeld: Gerade die Kooperationen der Finanzverwaltung, der Justiz und der Polizei zeigen, dass die vermeintlichen Hindernisse bei Fachanwendungen überwindbar sind. Die Ressorthoheit über die Daten bleibt immer gewahrt. Für die Beachtung von Datenschutz und Datensicherheit sind die Landesdatenschutzbeauftragen in ihrer Zuständigkeit stets mit eingebunden. Bezogen auf den Datenschutz und die Datensicherheit sind die Landesrechenzentren alle hoch professionell aufgestellt, sodass es auf der Ebene der Zusammenarbeit der landesinternen Dienstleister hauptsächlich organisatorische Herausforderungen gibt.

Herr Häfner, teilen Sie diese Einschätzung oder setzen Sie andere Schwerpunkte?

Häfner: Datenschutz ist für die Öffentliche Verwaltung ein zentrales Thema. Dieser ist in einer öffentlichen Cloud, in der die Server ja oft weltweit verteilt sind, überhaupt nicht gewährleistet. Ganz anders ist das bei dem Modell einer privaten Cloud für die Öffentliche Verwaltung.

Für mich ist dies eine sachgerechte Option, um die mit den neuen Technologien erzielbaren Effektivitäts-, Einspar- und Effizienzpotenziale zu erschließen und zugleich die notwendigen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz zu gewährleisten.

Eine solche private Cloud für die Verwaltung sollte durch die IT-Dienstleister der Öffentlichen Hand realisiert werden, die dabei kooperieren sollten. Cloud Computing ist und bleibt primär eine Frage von Kooperationen.

Herr Thewes, welche Folgen hat ein gemeinsames Rechenzentrum für die Zusammenarbeit im technischen und juristischen Sinn? Betreibt man damit nicht schon eine Private Cloud?

Thewes: Heute ist der Betrieb von gemeinsamen Rechenzentren kein technisches Wunder mehr. Auch die rechtlichen Möglichkeiten sind gegeben.

Andere Akteure haben hier langjährige Erfahrungen. Der Begriff „Cloud“ bleibt allerdings wolkig und daher zumindest rechtlich schwer zu fassen. Aus technischer Sicht ist nicht jedes Backup-Rechenzentrum schon eine Cloud.

Dass die Öffentliche Verwaltung zumindest für hoheitliche Aufgaben sozusagen eine „Public Private Cloud“ benötigt, liegt auf der Hand. Hieran sollten wir arbeiten.

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posted am 30.03.2011 um 10:00 von merger


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