Elektronische Signatur

Mit dem Personalausweis im Internet unterschreiben

08.12.2006 | Autor / Redakteur: Johannes Feulner / Gerald Viola

Datenschutz steht im Vordergrund

Das Grobkonzept für den elektronischen Personalausweis wird vom Bundesministerium des Innern (BMI) ausgearbeitet und soll noch Ende 2006 vorliegen. Das Grobkonzept wird detaillierte Aussagen zu den Funktionen und zum technischen Lösungskonzept, zu Datenschutz und Sicherheit, zur Einführung sowie Fragen der Finanzierung und Herstellung des Dokuments beleuchten. Die Technische Richtlinie für das Auslesen der Pässe im Rahmen von Kontrollen wird zurzeit unter Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erarbeitet. Für den Personalausweis sollen – soweit möglich – Synergien zum ePass genutzt werden.

Beim elektronischen Personalausweis ist vorgesehen, dass die Daten der Authentisierungsfunktion nur auf Wunsch des Inhabers und mit seiner expliziten Zustimmung im Einzelfall ausgelesen werden können. Die enthaltenen Informationen – Name, Adresse, Geburtsdatum sowie gegebenenfalls die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters sowie Seriennummer und Gültigkeitsdatum – werden digital verschlüsselt. Wenn sich eine Person im Internet ausweist, werden nur die zur Identifizierung notwendigen Daten ausgetauscht. Die elektronische Identifizierung bietet damit einen wesentlich höheren Datenschutz als viele herkömmliche Identifizierungsverfahren oder die herkömmliche Fotokopie des Ausweises.

Sicherheitsgewinn für den Bürger

Der Personalausweis findet schon heute im Wirtschaftsleben breiten Einsatz: etwa als Identitätsnachweis bei der Eröffnung von Bankkonten, bei Vertrags- und Kaufabschlüssen, beim Abholen von Paket- und Briefsendungen oder beim Einchecken in einem Hotel sowie als Altersnachweis im Bereich des Jugendschutzes. Diese universelle Ausweisfunktion, wie sie der Personalausweis als sicheres Identifikationsdokument bereits besitzt, soll mit dem elektronischen Personalausweis auch im Internet möglich sein. Bislang war die „inoffizielle“ Nutzung des Personalausweises im Personalausweisgesetz noch nicht geregelt. Das wird sich voraussichtlich ändern. Für die Nutzung des elektronischen Personalausweises zur sicheren und verlässlichen Identifikation im Internet ist eine entsprechende Novellierung des Personalausweisgesetzes noch vor Einführung der eID notwendig.

Neben dem Sicherheitsgewinn für Bürger ermöglicht die elektronische Identifizierung der Wirtschaft, ihre eBusiness-Angebote um eine einheitliche Identifizierung von Geschäftspartnern zu ergänzen. Dies können beispielsweise Lösungen für die durchgängig elektronische Abwicklung von Verträgen in der Versicherungs- oder Kreditwirtschaft oder bei Auskunftsverfahren zu sensiblen Daten im Gesundheitswesen sein. Rechtsgültige Verträge wie Konto- und Depoteröffnungen können medienbruchfrei direkt im Internet abgeschlossen werden, zeitaufwendige Behördengänge gehören der Vergangenheit an und auch der Einkauf im Internet sowie das Online-Banking werden wirkungsvoll gegen Phishing, Pharming und Brute Force (automatisiertes Passwortraten) geschützt. Die digitale Signatur ermöglicht die eindeutige Identifikation des Absenders elektronischer Daten und kann so bisherige Verfahren für rechtssichere Transaktionen im Internet über Identifikations- und Transaktionsnummern (PIN-/TAN-Verfahren) oder PostIdent ersetzen.

Chip mit großem Sparpotenzial

Der ePersonalausweis ist eine wichtige Komponente im Modernisierungskonzept für die Öffentliche Verwaltung. Bis 2010 sollen alle Online-Dienstleistungen des Staates weiter ausgebaut werden. In den vergangenen fünf Jahren hat der Bund bereits 440 Dienstleistungen über das Internet verfügbar gemacht – davon richten sich 244 speziell an Unternehmen. Für 2006 wird von einem verwaltungsinternen Nutzen in Höhe von 350 Millionen Euro ausgegangen. Der elektronische Personalausweis soll weitere Einsparungen ermöglichen und so einen wichtigen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Viel spannender sind aber noch die Einsparpotenziale im eBusiness durch die verlässliche Identifizierung der Netzkundschaft verbunden mit der verlässlichen Angabe von Adressdaten.

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