Grundlagenstudie

Mit Cloud Computing können Behörden Kosten sparen

| Redakteur: Manfred Klein

Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist Schaffung beziehungsweise Einhaltung von nationalen und internationalen Rahmenbedingungen. Dazu merkt die Studie an: „Beim Schutz personenbezogener Daten sind Gesetze auf Landes- und Bundesebene sowie länderübergreifende und europäische Richtlinien und Verordnungen zu berücksichtigen. Da aber bei Cloud-Daten nicht auszuschließen ist, dass diese geografisch intransparent verteilt sind, können unterschiedliche Landesgesetze gelten. Erschwert wird die Situation häufig dadurch, dass viele Anbieter von Cloud-Leistungen selbst Cloud-basierte Leistungen von Dritten beziehen.“

Das Hauptproblem in diesem Zusammenhang sei, was auch durch die Studieninterviews deutlich ­werde, die Tatsache, dass es keine einheitliche Rechtsprechung für Cloud Computing in unterschiedlichen Jurisdiktionen gebe, wodurch in verschiedenen Jurisdiktionen verschiedene Gesetze und Vorschriften greifen.

„Die Bandbreite der jeweils anzuwendenden Rechtsprechungen und Normen ist nicht nur groß, sondern auch abhängig vom jeweils vorliegenden Sachverhalt, was ein weiteres Problem darstellt. Die Rechtslage hierzu ist komplex und kann sich unter Umständen zukünftig in vielen Fällen auch noch verändern. Für die Nutzer von Cloud Services ist es daher wichtig, sich einen Überblick über die Rechtslage des jeweiligen Landes, in dem die Daten gespeichert oder verarbeitet werden, zu verschaffen, um im Fall einer nachteiligen Gesetzesänderung über eine vorzeitige Austrittsklausel zu verfügen“, so die Studie.

Und weiter: „Für eine flächendeckende Einführung von Cloud-Lösungen in der Verwaltung müssen also zukunftsorientierte, einheitliche und abgestimmte Rahmenbedingung sowohl auf nationaler als auch europäischer und internationaler Ebene geschaffen werden.“ Langfristig könne nur durch klare rechtliche und strategische Entscheidungen die Basis geschaffen werden, um Europa zu einem Raum gut funktionierender globaler Cloud-Dienste zu machen.

Services: übertragbar und interoperabel

Ein Blick auf die IT-Dienstleister der Öffentlichen Verwaltung zeigt, dass das Angebot an Cloud-Lösungen für die Verwaltung rasant wächst. 67 Prozent der IT-Dienstleister wollen in den nächsten sechs bis 18 Monaten Leistungen aus der Wolke anbieten. Im Fokus stehen dabei vor allem Speicherlösungen, Testumgebungen, Work-Flow-Management- und Data-Warehouse-Systeme.

„Die Öffentliche Verwaltung wird nur Angebote annehmen, die standardisiert und dank einheitlicher Schnittstellen und Datenformate auch interoperabel sind. Unsere Studienteilnehmer wünschen sich Systeme und Plattformen für eine ressortübergreifende Zusammenarbeit und den Austausch von Daten“, warnt Stefan Pechardscheck vor allzu viel Optimismus angesichts dieser Prognose.

Ein Zertifikat würde das Vertrauen der Öffentlichen Verwaltung in die Wolke deutlich erhöhen, vermerken die Verfasser der Studie. Wäre doch die Mehrheit aller befragten Behörden und Kommunen (56 Prozent) eher bereit, Cloud-basierte Services von einem IT-Dienstleister zu beziehen, wenn dieser ein anerkanntes Sicherheitszertifikat hätte.

„Um das Effizienz-Potenzial von Cloud-Lösungen für die Öffentliche Verwaltung nutzbar zu machen, müssen Politik, Behörden und Anbieter Hand in Hand arbeiten. Ziel ist zum einen, die Prozess­qualität unserer Verwaltung trotz ihrer kleiner werdenden Personalbasis zu sichern. Das ist auch für den Standort Europa wichtig. Zum anderen muss die Öffentliche Verwaltung mit modernen, digitalisierten Abläufen auf die Bedürfnisse der Bürger antworten“, so das Fazit von Pechardscheck.

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@Matthias Hoffmann das Beispiel mit dem §203 StGB zeigt sehr schön, wie blödsinnig die...  lesen
posted am 02.04.2015 um 21:34 von woksoll

@Matthias Hoffmann das Beispiel mit dem §203 StGB zeigt sehr schön, wie blödsinnig die...  lesen
posted am 02.04.2015 um 21:32 von Unregistriert

Ist das jetzt ein redaktioneller Artikel oder Werbung? Cloudcomputing ist seit den Anfängen für...  lesen
posted am 02.04.2015 um 17:45 von woksoll

In Ihrem Artikel schreiben Sie von den Datenschutzzielen: Verfügbarkeit, Integrität und...  lesen
posted am 02.04.2015 um 17:35 von Unregistriert


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