Neuer Schwung für Verwaltungsdigitalisierung

Ministerpräsident Daniel Günther eröffnet Joint Innovation Lab in Lübeck

| Autor: Manfred Klein

Das Lab befindet sich auf rund 150 m² im zehnten Multifunktionszentrum (MFC X) des Technikzentrums Lübeck im Hochschulstadtteil.

Insgesamt versammelten sich im Zuge der Eröffnung rund 70 Entscheider aus Verwaltung, Wirtschaft und Politik zur Eröffnung des Labs im MFC X. Sie besichtigten die neuen Räume, informierten sich über erste gemeinsame Projekte und nahmen an Workshops teil. Präsentiert wurden dabei auch erste Forschungsthemen, welche die Mach AG bereits mit dem Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS) der Universität zu Lübeck bearbeitete – so zum Beispiel der Einsatz von Augmented Reality bei der Bearbeitung von Bauanträgen und die Verknüpfung mit einer digitalen Bauakte, um Bearbeitungszeiten zu verkürzen.

Für eine Überraschung sorgte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, der noch während der Eröffnung eine Absichtserklärung unterzeichnete und damit die Basis für eine Projektpartnerschaft mit der Universität zu Lübeck und der MACH AG im Joint Innovation Lab legte.

„Der öffentliche Bereich hat bei der Digitalisierung noch erhebliches Potenzial. Im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen müssen wir diese Möglichkeiten noch besser ausschöpfen. Gleichzeitig fordern Politik und Wirtschaft ein schnelleres und fokussierteres Vorgehen bei der Digitalisierung der Verwaltung. Mit dem Joint Innovation Lab werden wir genau an dieser Stelle ansetzen. Durch das enge Zusammenwirken der verschiedenen Partner im JIL bauen wir in Schleswig-Holstein ein in Deutschland einzigartiges Ökosystem auf, das die Digitalisierung im Public Sector wesentlich beschleunigt. Unter Einsatz modernster Arbeitsmethoden und innovativer Vorgehensweisen schaffen wir im JIL neue Lösungen für Verwaltungen”, sagte Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der MACH AG und Gründungsmitglied des Joint Innovation Lab.

„Im Joint Innovation Lab stehen Menschen mit ihren Bedürfnissen klar im Vordergrund. Die Software-Entwicklung wird daher menschzentrierten Entwicklungsprozessen folgen“, erklärte Prof. Dr. Michael Herczeg, Direktor des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität zu Lübeck und ergänzt: „Wir glauben, dass wir den Digitalisierungsprozess in den Öffentlichen Verwaltungen durch ein agiles Vorgehen und die enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wesentlich beschleunigen können. Dabei entsteht die Geschwindigkeit daraus, dass die sonst einzeln agierenden Bereiche fokussiert und zielorientiert zusammenarbeiten und sich gegenseitig inspirieren. Das JIL ist so in der Lage, in kürzester Zeit erste Prototypen zu erstellen sowie innovative und wirkungsvolle Lösungen zu entwickeln.“

Die Gründer sind zudem davon überzeugt, dass sich vor allem die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft positiv auswirken wird. Das gemeinsame Arbeiten im JIL werde auch die Prozesse der jeweiligen beteiligten Organisationen in ihren Einzelaufgaben voranbringen, da es einen erkenntnisreichen Forschungs- und Gestaltungsprozess in Gang setze.

Dabei folge das JIL insgesamt einem offenen, kooperativen Ansatz: Behörden, genauso wie Forschungseinrichtungen und Unternehmen können Teil des Labs werden. Es sollen gezielt praxisnahe Projektpartnerschaften statt großer abstrakter Netzwerke geschlossen werden. Bereits jetzt sei das Interesse an einem Mitwirken im Joint Innovation Lab groß, so die Gründerinstitutionen.

So befindet sich unter anderem eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung in Altenholz (FHVD) im Bereich der Fort- und Weiterbildung angehender Verwaltungsmitarbeiter in Planung. Weitere Informationen gibt es im Internet.

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