Ausbau der europäischen IT-Infrastruktur

Ministerkonferenz forciert EU-Dienstleistungsrichtlinie

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Wie sich Deutschland vorbereitet

Derzeit laufen in Deutschland auf unterschiedlichen Verwaltungsebenen Vorbereitungen zur Einführung der EU-Dienstleistungsrichtlinie. Organisatorische Fragen spielen dabei eine große Rolle: zum Beispiel die Klärung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Kammern, die Anpassung von Rechtsnormen für Dienstleistungsunternehmen sowie die Frage, wie die Funktion des einheitlichen Ansprechpartners ausgestaltet werden soll.

Hier in vereinfachter Form die wichtigsten Abläufe und Zusammenhänge: Will sich ein ausländischer Dienstleister in Deutschland niederlassen, ist sein erster Anlaufpunkt ein zentrales Informationsportal, mit dessen Hilfe er sich über mögliche Standorte für sein Unternehmen informieren kann. Auch bei der Suche nach dem für ihn zuständigen einheitlichen Ansprechpartner ist dieses Portal behilflich. Übrigens: Ein solches Informationsportal lässt sich auf Bundes- oder Landesebene realisieren. Stadtstaaten haben ebenfalls gute Voraussetzungen, den EAP als zentrale Anlaufstelle umzusetzen. In Flächenstaaten ist eher eine dezentrale Lösung mit mehreren EAPs in den Regierungsbezirken oder Landkreisen realistisch. Hat der Dienstleister den für ihn relevanten EAP ausfindig gemacht, muss er sich zunächst elektronisch identifizieren. Voraussetzung dafür sind ein einheitlich akzeptiertes Verfahren zur Identifikation sowie ein elektronischer Personalausweis. Der EAP unterstützt den Dienstleister dann bei allen Vorgängen, die zur Anmeldung seines Gewerbes notwendig sind. Hierzu muss er elektronisch mit vielen denkbaren Behörden und Organisationen in Kontakt treten, vom Handelsregister über die Industrie- und Handelskammer bis hin zum Gewerbeaufsichts- und zum Finanzamt – je nach Art der Dienstleistung ergibt sich eine andere Konstellation. Der elektronische Datenaustausch zwischen EAP und Behörde muss dabei nicht nur sicher und vertraulich, sondern auch mit den jeweiligen Fachverfahren der Behörden kompatibel sein.

Last but not least müssen die Daten der Dienstleistungsunternehmen dem zentralen Dienstleistungsregister des Bundes (DL-R) sowie dem zentralen Binnenmarktinformationssystem der EU (IMI) zur Verfügung gestellt werden. Und nicht zu vergessen: Der EAP möchte seine Leistungen auch gerne von seinen Clienten honoriert wissen – und zwar auf digitalem Weg per ePayment.

In Bezug auf die IT-Architektur sind die wichtigsten Basiskomponenten definiert: eine Portallösung als Anlaufstelle für den Dienstleister, Authentifizierungssysteme zur Identifikation, Schnittstellen und Standards für die Datenübertragung zu Behörden und beteiligten Stellen, ein System für die Dokumentenablage und –archivierung, ein System zur Zahlungsabwicklung sowie ein eMailsystem.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2008389)