Polizei und Feuerwehr machen’s weiter analog

Milliardenprojekt Digitalfunk noch später und noch teurer

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Allein der Bund muss 40 Prozent drauflegen

Doch selbst der neue Zeitplan gerät ins Wanken. Alcatel-Lucent Digitalfunk: „Gemäß Plan sollen voraussichtlich bis 2012 die alten analogen Netze für die Sicherheits- und Hilfskräfte in ganz Deutschland schrittweise abgelöst werden.“

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, rechnet damit, dass der neue Digitalfunk frühestens 2015 vollständig in Betrieb gehen kann. Für die Umsetzung seien die Länder zuständig. Dort sei aber zum Beispiel in der Vergangenheit versäumt worden, zügig Funkmasten aufzustellen. Zudem sei noch unklar, wer die Kosten für die Umstellung bei den Feuerwehren übernehme, die bei den Kommunen angesiedelt seien. Die Kommunen hätten dafür jedoch kein Geld, sagte Wendt.

Das wäre dann ein IT-Projekt des Staates, das sich um nahezu ein Jahrzehnt verspätet. Und es wird nicht billiger: Das Innenministerium rechnet bis 2021 mit Gesamtkosten – allein für den Bund – von rund 3,5 Milliarden Euro für Planung, Aufbau und Betrieb des Digitalfunks – 40 Prozent mehr, als ursprünglich geplant. Die Gesamtkosten werden mittlerweile auf rund zehn Milliarden Euro veranschlagt.

Fazit

Digitalfunk zur WM 2006 – das war wohl nichts. Aber vielleicht klappt’s ja bis 2018 – München hat sich als Austragungsort für die Olympischen Winterspiele beworben ...

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