Polizei und Feuerwehr machen’s weiter analog

Milliardenprojekt Digitalfunk noch später und noch teurer

23.03.2010 | Redakteur: Gerald Viola

Polizeifunk: Digitale Verbrecherjagd muss warten (Foto: vio)
Polizeifunk: Digitale Verbrecherjagd muss warten (Foto: vio)

Was lange währt … Eigentlich sollten die Sicherheitsbehörden in Deutschland bei der Fußball-WM 2006 bundesweit digital funken. Jetzt hat die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) die Alcatel-Lucent Digitalfunk Betriebsgesellschaft mbH beauftragt, ab 1. Juli 2010 den technischen Netzbetrieb aufzunehmen.

„Das Angebot des Unternehmens hatte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt die Bundesanstalt: „Aufgabe des Betreibers ist es, die hohe Verfügbarkeit und Qualität des digitalen Funknetzes für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sicherzustellen. Mit dem Abschluss des Vergabeverfahrens Betrieb ist ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes erreicht.“

Deutschland plant das weltweit größte Sicherheitsnetz

Der Vertrag umfasst die Übernahme des Netzbetriebs von der derzeitigen Interimsbetreiberin und die Sicherstellung des Betriebs über zehn Jahre. Das BOS-Digitalfunknetz ist mit 500.000 Nutzern das weltweit größte Sicherheitsnetz nach dem TETRA-Standard (Terrestrial Trunked Radio). Es soll die schnelle und sichere Kommunikation zwischen den Hilfs- und Sicherheitskräften im täglichen Einsatz und bei operativ-taktischen Maßnahmen bei Großereignissen und im Krisenfall gewährleisten.

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