Chance oder Risiko für DMS-Anwender?

Microsofts neue SharePoint-Strategie

| Autor / Redakteur: Jürgen Rentergent, Ulrich Gerke* / Susanne Ehneß

Nur mit Hilfe einer Cloud-basierten Architektur lassen sich aus Sicht von Microsoft die Einführungs- und Betriebskosten für Collaboration-Anwendungen deutlich senken. Getrieben von Wettbewerbern wie Google (Office) oder Facebook (Social) setzt Microsoft alles daran, diesen Trend nicht zu verpassen, sondern ihn mit eigenen, innovativen Produkten wie OneDrive for Business, Delve und natürlich Office 365 zu prägen. Für Microsoft steht viel auf dem Spiel, da ein Kunde, der einmal seine Dokumente und Daten einem Cloud-Anbieter anvertraut hat, so schnell nicht wechseln wird.

Das neue Konzept von Office 365 beinhaltet anders als der SharePoint Server keine Applikationsplattform, auf der branchen- oder kundenspezifische Lösungen entwickelt werden, vielmehr setzt Microsoft auf vorgefertigte Module, die Anwenderbedürfnisse „Ready to Go“ oder mit kleinen Anpassungen befriedigen. Damit ist auch klar, dass Microsoft eine andere Zielgruppe im Auge hat: Wurde SharePoint 2010 noch explizit als Enterprise-Content-Management-Plattform beworben, so sucht man dieses Thema heute vergebens.

DMS-Anforderungen, die wir häufig in Auswahlprojekten sehen und die in klassischen DMS-Produkten meist Standard sind, können derzeit mit Office 365 nicht adressiert werden:

  • Verwaltung von Dokumenten unabhängig vom Ablageort und dem Dateinamen
  • Eindeutiges Referenzieren von Dokumenten per Dokumenten-ID in allen Benutzeroberflächen;
  • Dokumentenerfassung für Papier;
  • vorgangsbezogene eMail-Ablage;
  • Archivierungsfunktionen mit Unveränderbarkeit/Nachvollziehbarkeit;
  • elektronische Aktenverwaltung;
  • elektronische Postkörbe mit einfachen Routingmöglichkeiten;
  • flexible Erstellung und Verwaltung von Workflows für Freigaben oder Genehmigungsprozesse;
  • automatische PDF-Renditions;
  • einfach einzurichtende Attributsuche über die Metadaten der Dokumente;
  • leicht anpassbare, kundenspezifische Erfassungs- und Suchmasken;
  • Berechtigungsverwaltung für Inhaltstypen/Dokumentenklassen unabhängig von Ablageort;
  • Integration in andere Fachanwendungen z. B. SAP (Verknüpfung von Dokumenten mit Datensätzen, Archivierung von erzeugten Dokumenten, etc.);
  • Web Content Management Funktionen zur Veröffentlichung von Inhalten auf der öffentlichen Unternehmenswebsite.

Die meisten dieser Funktionen waren im Sharepoint-Server auch nicht vorhanden, jedoch konnten diese Defizite mit Drittanbieterprodukten oder Customizing ausgeglichen werden. Das ist bei Office 365 derzeit nicht einfach möglich.

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Das sind schon sehr pauschale Aussagen: • Es muss keine Serversoftware (Betriebssystem,...  lesen
posted am 01.06.2016 um 17:48 von Unregistriert

Sehr geehrte Damen oder Herren? Wir würden Sie ja gern persönlich ansprechen, aber leider...  lesen
posted am 31.05.2016 um 21:13 von ugerke@zoeller.de

Die Autoren vergessen auch komplett, dass MS ein Partnergetriebenes Geschäftsmodell verfolgt. So...  lesen
posted am 16.05.2016 um 13:09 von Unregistriert

Die SharePoint-Strategie von Microsoft macht durchaus Sinn. Und sie stellt den On-Prem bestimmt...  lesen
posted am 11.05.2016 um 16:08 von Unregistriert

Bedauerlicherweise wir hier sehr viel Falsches berichtet. SharePoint On Premises entwickelt sich...  lesen
posted am 10.05.2016 um 08:32 von Unregistriert


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