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Staatsanwalt ermittelt auf Hochtouren Microsoft warnt: Tausende gefälschter Office-2010-Lizenzen im Umlauf

| Autor / Redakteur: Harry Jacob / Gerald Viola

In den vergangenen Wochen hat der Microsoft Produktidentifikationsservice mehrere hundert gefälschter Product Key Cards (PKC) sichergestellt, die als Lizenzen für „Microsoft Office Home and Business 2010“ gelten. Deshalb hat der Softwarehersteller die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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Administratoren, aufgepasst: Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich gefälschte Produkte leicht enttarnen.
Administratoren, aufgepasst: Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich gefälschte Produkte leicht enttarnen.

Zwei Softwarehändler aus Österreich und Bayern entdeckten bei einer Stichprobe eines Microsoft-Office-Paketes seltsames: Das Echtheitszertifikat auf der Umverpackung sah nicht aus wie sonst, und bei den Begleitmaterialien waren Rechtschreibfehler und fehlerhaftes Deutsch in ungewöhnlicher Häufung zu finden.

Sie ließen die Lieferung vom Microsoft Produktidentifikationsservice (PID) prüfen. Der PID bestätigte: Es handelt sich um gänzlich gefälschte Produkt Key Cards für das Produkt „Microsoft Office Home and Business 2010“. Microsoft hat einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt und die Ermittlungen gegen die Fälscher laufen auf Hochtouren.

Noch weitere Ware im Markt?

Doch damit ist das Thema noch nicht vom Tisch: Spezialisten bei Microsoft gehen davon aus, dass mehrere zehntausend Exemplare dieser Fälschungen im Markt sind. Durch die in Umlauf gebrachten Software-Pakete entsteht nicht nur Microsoft ein Schaden, sondern auch den Kunden, die für ihr Geld nur eine Fälschung bekommen und die Software mit dem auf den Fälschungen angegebenen Product Keys regelmäßig nicht aktivieren können.

Der Software-Hersteller weist darauf hin, dass damit nicht nur Kunden verärgert werden. Auch Händler, die solche Produkte weiterverkaufen, setzen sich unter Umständen selbst einer zivil- und strafrechtlichen Verfolgung aus.

Deshalb empfiehlt Microsoft sowohl Resellern als auch Kunden, PKC-Lieferungen genau zu prüfen. Mit etwas Aufmerksamkeit lassen sich schnell Anhaltspunkte für eine Fälschung identifizieren:

  • Echtheitszertifikat (COA Label): Im Bereich des Sicherheitsstreifens sind bei einem Original kreisförmige Bereiche erkennbar, in welchen das Papier des Echtheitszertifikats verschieden stark ist. Diese Bereiche erscheinen dadurch durchlässiger (dunkler). Bei gefälschten Produkten sind diese kreisförmigen Bereiche häufig nicht erkennbar.
  • Die innen befindliche Karte, auf der das Product Key-Label aufgebracht ist, weist mehrere Druckfehler auf.
  • Auf der Umverpackung ist bei einem Original neben dem Office-Logo, über dem Produktnamen, ein R im Kreis (®) für die registrierte Marke erkennbar. Bei gefälschten Produkten ist dieses Markenzeichen nicht erkennbar.

Beispielfotos finden Sie hier in der Bildergalerie:

Bildergalerie

Verdächtige Produkte können zur Analyse an den PID-Service eingeschickt werden. Dieser kann weitere Merkmale zur Klärung abchecken, die ein geschultes Auge benötigen.

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Über den Autor

 Harry Jacob

Harry Jacob

Freier Journalist, Textbüro Jacob