Im PC-WARE Experten-Check Microsoft Hyper-V als Basis einer Private Cloud

Autor / Redakteur: Boris Schmidt, Senior IT-Consultant PC-WARE / Gerald Viola

Mit Hyper-V hat sich Microsoft im Virtualisierungsumfeld fest etabliert. Das mittlerweile in der zweiten Generation erschienene Virtualisierungsprodukt punktet mit der meist vielen Nutzern geläufige Handhabung in der vertrauten Windows-Server-Umgebung.

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Unternehmen wird die Möglichkeit geboten, alle benötigten Komponenten aus einer Hand zu beziehen: Virtualisierungsplattform (Hyper-V), Managementsuite (SCVMM 2008 R2) und Tools (SSP 2.0) werden als Gesamtpaket von Microsoft angeboten. Aber ist ein solch integrierter Ansatz auch für die Öffentliche Verwaltung sinnvoll?

Warum eine Private Cloud?

Zu Beginn war Cloud Computing nur eine Erscheinung des Internets, doch mittlerweile beobachten wir, dass sie auch für Unternehmen und den Öffentlichen Dienst immer interessanter wird. Eine Private Cloud bietet dem Nutzer viele Vorteile: weniger Kosten, größere Flexibilität und eine Erhöhung der Datensicherheit gegenüber einer Public Cloud. Es besteht die Möglichkeit, ganze Infrastrukturen aus einem Rechenzentrum zu entkoppeln, um sie in der virtuellen Welt bereitzustellen. Ein direkter Zugriff kann somit jederzeit auf alle Daten eines Unternehmens gewährleistet werden. Wollen Unternehmen und Behörden in eine Private Cloud investieren, so zeigt unsere Erfahrung, dass dieser Schritt oft von einer gewissen Unsicherheit in Bezug auf Daten- und Kontrollverlust begleitet wird. Dabei verringern sich die vorhandenen Sicherheitsbedenken bei einer Private Cloud enorm, da ein Betrieb innerhalb der eigenen Infrastruktur gewährleistet ist und ein Transfer nach Außen auf ein Minimum reduziert wird.

Lag das Hauptaugenmerk der ursprünglichen Virtualisierung noch auf dem Thema Konsolidierung, haben permanent wachsende Datenmengen und höhere Verfügbarkeitsanforderungen die Ansprüche an die IT Infrastrukturen verschoben. Will ein Unternehmen seine IT outsourcen, liegt neben dem Sicherheitsaspekt auch ein starker Fokus auf den Aspekten Skalierbarkeit, Flexibilität und Effizienz. Diese Vorteile sind oft schon kurz nach der Umstellung sichtbar. Für Unternehmen oder Organisationen der Öffentlichen Verwaltung kann eine Private Cloud der richtige Weg sein, da sie in ihr, schnell, unabhängig und flexibel auf neue Technologien und Produkte reagieren können.

Was kann Microsoft in der Private Cloud?

Microsoft bietet mit dem Windows Server 2008 R2 Hyper-V sowie der gesamten System-Center-Familie, im speziellen dem Virtual Machine Manager 2008 R2 mit Self-Service-Portal 2.0, eine gute Basis um sich eine eigene Wolke zu schaffen. Hyper-V ermöglicht die Virtualisierung direkt auf dem Windows Server 2008 R2. So können zahlreiche Server auf nur einem physischen Gerät betrieben werden. Diverse Zusatzfunktionen, die das Arbeiten mit virtuellen Umgebungen praktisch gestalten, können so genutzt werden.

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Seit März 2011 wird die Software mit dem Service Pack 1 um notwendige Verbesserungen im Speichermanagement erweitert. Bisher war es nur möglich Arbeitsspeicher mit einer statistischen Größe anzugeben. Mit dem Dynamic Memory hingegen, wird die Speicherkonfiguration der Virtual Machine erweitert, indem jeweils ein Start- und Maximalwert definiert wird und zukünftig die Zuweisung dynamisch erfolgt. Diese Form der Ressourcennutzung wurde bisher nur von Mitbewerbern erbracht.

IaaS auf Basis von Hyper-V

Betrachtet man nun bei Microsoft die möglichen Modelle einer Cloud, so sticht Infrastructure as a Service (IaaS) für den Betrieb auf Basis von Hyper-V heraus. Mit Iaas können Infrastrukturressourcen, wie etwa Rechenleistung, Server, Netzwerk und Storage, als Dienstleistungen bezogen werden. Auf keinem anderen Hypervisor läuft Windows 7 im Bereich der Desktop-Virtualisierung so ressourcenschonend wie auf Hyper-V.

Ergänzt wird Hyper-V an dieser Stelle durch das Self-Service-Portal 2.0, dem der Virtual Machine Manager 2008 R2 zugrunde liegt. Damit wird dem Nutzer ein bedarfsgerechtes virtuelles Rechenzentrum präsentiert, ohne dass er sich mit physischen Ressourcen und deren Auslastung auseinandersetzen muss. Dabei kann er auf eine Bibliothek von Vorlagen und Ressourcen zurückgreifen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen.

Ein Vorteil von IaaS liegt in der Skalierbarkeit. Die zugrunde liegende Hardware kann je nach Anforderung erweitert oder reduziert werden. Dies ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Veränderungen, ohne die Userumgebung zu involvieren sowie die bestmögliche Auslastung der vorhandenen Hardware.

Schlusswort

Ob und inwieweit sich die Virtualisierungssoftware von Microsoft durchsetzen wird, wird letztendlich von Faktoren wie Kosteneffizienz, Performance, Administrierbarkeit und Sicherheit abhängen. Mit VMware ESXi und Citrix XenServer existieren starke Konkurrenten, die der Lösung von Microsoft in nichts nachstehen. Doch Microsoft befindet sich auf einem guten Weg und wer auf Windows setzt, ist mit Hyper-V gut bedient.

Die IT-Infrastrukturen von Behörden werden zunehmend von Virtualisierungstechnologien geprägt. Der Bezug von Microsoft-Software wird durch den Rahmenvertrag geregelt, den das Bundesministerium des Innern für alle Bundesbehörden und -verwaltungen hält. Dadurch empfiehlt sich die Hyper-V Lösung noch aus einem weiteren nicht unwesentlichen Grund: sie kann von der Öffentlichen Verwaltung mit einem Kostenvorteil bezogen werden.

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