Sigmar Gabriel auf der CeBIT

„Messe ist wichtige Wegmarke zur Umsetzung der Digitalen Agenda“

| Redakteur: Manfred Klein

Bundesministerin Johanna Wanka sagte anlässlich der Vorstellung der Plattform: „Als fortschrittliche Industrienation müssen wir den Anspruch haben, die digitale Revolution zu gestalten. Ich bin mir sicher, dass unsere Initiative international wahrgenommen wird: Deutschland bewegt sich, Made in Germany wird noch leistungsfähiger.“

Für die Umsetzung von Industrie 4.0 in Deutschland ist laut Wanka wichtig, dass gerade mittelständische Unternehmen stärker in die Lage versetzt werden, die Chancen von Industrie 4.0 zu nutzen. „Dafür müssen wir die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnik verbessern und haben gerade die Forschung in diesem Bereich verstärkt“, so Wanka.

Das Leitungsgremium der Plattform wird neben Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Bundesforschungsministerin Wanka mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften besetzt. Ein Strategiekreis mit Vertretern aus Bundesressorts, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Bundesländern wird die Aufgabe der politischen Steuerung sowie die Rolle von Multiplikatoren übernehmen.

Ein Lenkungskreis, bestehend aus Unternehmern, den Leitungen der Arbeitsgruppen und unter Beteiligung des Bundeswirtschaftsministeriums und Bundesforschungsministeriums, wird als Entscheidungsgremium für die Strategieentwicklung, technische Koordinierung und Umsetzung verantwortlich sein.

Die Plattform Industrie 4.0 hat ihre inhaltlichen Schwerpunkte zunächst in fünf Arbeitsgruppen: Referenzarchitektur, Standardisierung und Normung; Forschung und Innovation; Sicherheit vernetzter Systeme; Rechtliche Rahmenbedingungen; Arbeit, Aus-/Weiterbildung.

Bei der Auftaktveranstaltung der Plattform Industrie 4.0 am 14. April 2015 auf der Hannover Messe sollen die ersten Ergebnisse der bisherigen Verbändeplattform sowie Ausblick, Zielrichtung und Agenda der Plattform vorgestellt und diskutiert werden. Erste greifbare Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen sollen bis Ende des Jahres erarbeitet und auf dem IT-Gipfel vorgestellt werden.

Die Plattform „Innovative Digitalisierung der Wirtschaft“ wird gemeinsam von Bundesminister Gabriel und dem Präsidenten des Branchenverbands BITKOM, Prof. Dieter Kempf, geleitet. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Strategie Intelligente Vernetzung und die Schaffung von innovationsfreundlichen Rahmenbedingungen für Dienstleistungsbranchen, den Mittelstand und vor allem auch die junge digitale Wirtschaft. Die Plattform hat überdies die Aufgabe, strategische übergreifende Fragen zum gesamten Gipfelprozess zu klären und sicherzustellen, dass die Projekte des IT-Gipfels den Zielen und Handlungsfeldern der Digitalen Agenda entsprechen.

Zur Sicherung der digitalen Souveränität Deutschlands und Europas unterstützt das BMWi Unternehmen mit verschiedenen Forschungs- und Innovationsprogrammen und Initiativen zur Standardisierung und Zertifizierung. Dazu sollen unter anderem zählen:

  • Smart Service Welt: Smart Services sind individuell geschnürte Pakete aus Produkten, Diensten und Dienstleistungen. Große Internetfirmen drängen mit internetbasierten und personalisierten Diensten in immer mehr Industriebranchen vor. Mit „Smart Service Welt“ sollen Projektideen gefördert werden, die neue digitale Dienste und Dienstleistungen hervorbringen und damit maßgeblich zur Digitalisierung der deutschen Wirtschaft beitragen. Bis 2019 will das BMWi hierfür rund 50 Millionen Euro investieren. Die heute auf der CeBIT an Bundesminister Gabriel übergebenen Empfehlungen des Arbeitskreises Smart Service Welt zeigen, wie Deutschland die gute Ausgangsposition in der Industrie 4.0 nutzen kann, um im digitalen Wettlauf aufzuholen.
  • Go-digital: Auf der CeBIT stellt das BMWi im Rahmen der Digitalen Agenda das Modellvorhaben „go-digital“ vor, eine neue Fördermaßnahme für kleine Unternehmen. Mit seinen drei Modulen „Internet-Marketing“, „digitalisierte Geschäftsprozesse“ und „IT-Sicherheit“ soll das Programm KMU und das Handwerk unterstützen, mit den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Online-Handel, der wachsenden Digitalisierung des Geschäftsalltags und des steigenden Sicherheitsbedarfs bei der digitalen Vernetzung Schritt zu halten. Das Modellvorhaben wird mit einer Laufzeit von sechs Monaten in den Regionen Ruhrgebiet und Sachsen (einschließlich Raum Halle) erprobt. Gefördert werden externe Beratungsleistungen direkt in den KMU mit bis zu 75 Prozent.
  • profITabel: Das BMWi wird im Rahmen der Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ mit dem Webtool profITabel ein weiteres praktisches Angebot für KMU auf der CeBIT 2015 vorstellen. Das Tool unterstützt Unternehmen gezielt dabei, für spezifische IT-Sicherheitsrisiken den Aufwand sowie den Nutzen von IT-Sicherheitsmaßnahmen zu bestimmen. Gerade KMU sollen dabei unterstützt werden, Investitionsentscheidungen im Bereich IT-Sicherheit nachhaltig treffen können. ProfITabel ist einfach konzipiert, so dass Unternehmen auch ohne spezielles Vorwissen im Bereich der IT-Sicherheit realistische Abschätzungen der Wirtschaftlichkeit von geplanten IT-Sicherheitsmaßnahmen treffen können. Das Tool bietet den direkten Vergleich mit Einschätzungen von anderen Nutzern aus der Branche und eine anschauliche grafische Darstellung.
  • Gründerwettbewerb – IKT Innovativ: Auf der CeBIT werden die Preisträger der aktuellen Runde des "Gründerwettbewerb – IKT Innovativ" ausgezeichnet. Im Jahr 2014 konnte der Wettbewerb eine Rekordzahl von 542 Bewerbern verzeichnen, davon wurden 17 Start-ups mit besonders vielversprechenden Geschäftsideen ausgezeichnet. Vergeben wurden sechs Hauptpreise in Höhe von je 30.000 Euro als Startkapital für die eigene Unternehmensgründung. Neben Geldpreisen werden die Gewinner in der Startphase ihrer Gründung auch durch ein bundesweites Expertennetzwerk unterstützt. Bewerbungen für die neue Wettbewerbsrunde sind noch bis 31. Mai 2015 möglich.

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