eGovernment rückt in den Unternehmensfokus

Mehrheit der Unternehmen legt Wert auf eGovernment

| Autor: Manfred Klein

Bürger und Unternehmen reagieren ganz unterschiedlich auf eGovernment
Bürger und Unternehmen reagieren ganz unterschiedlich auf eGovernment (Bild: © Kheng Guan Toh - Fotolia)

61 Prozent der Unternehmen in Deutschland halten eGovernment für einen wichtigen Faktor, der ihre Wahrnehmung von behördlichen Dienstleistungen beeinflusst. So das Ergebnis einer Erhebung des Statistischen Bundesamts (Destatis) zur Frage, wie Unternehmen bürokratische Belasstungen wahrnehmen.

Zum Studienergebniss erklärte Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes: „Die Wirtschaft stellt der Öffentlichen Verwaltung in Deutschland zwar insgesamt ein ordentliches Zeugnis aus, die Unternehmen bewerten die behördlichen Dienstleistungen aber etwas kritischer als die Bürgerinnen und Bürger“.

Auf einer Skala von – 2 (sehr unzufrieden) bis + 2 (sehr zufrieden) liegt der Gesamtindikator für die Einschätzung der Unternehmen bei 0,94 und damit leicht unter dem Wert der Bürgerbewertung von 1,06. Auch halten nur 30 Prozent der Bürger eGovernment für bedeutsam – unabhängig von der Lebenslage.

Mängel bei den Lebenslagen

Die Wahrnehmung der Behördentätigkeit fällt für verschiedene Branchen und Betriebsgrößen sehr ähnlich aus. Unterschiede gibt es dagegen bei den zehn ausgewählten Unternehmenssituationen (von der Gründung bis zur Geschäftsaufgabe). Besonders positiv werden Verwaltungsleistungen im Zusammenhang mit Aus- und Fortbildungsmaßnahmen (1,21) sowie im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (1,14) gesehen.

Die Behördenerfahrungen beim Bau einer Betriebsstätte (0,50) und bei der Teilnahme an Ausschreibungsverfahren (0,82) schneiden im Gegensatz dazu unterdurchschnittlich ab.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung spürbar zu verbessern und die Bürokratie zu vereinfachen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen in diesem Zusammenhang künftige Handlungsfelder in der Beziehung zur Wirtschaft.

Herausforderungen sehen die Verfasser der Erhebung bei Destatis für die Verwaltung beispielsweise in der Bereitstellung von Informationen über den weiteren Verfahrensablauf. In einigen Situationen – so zum Beispiel bei der Gründung eines Unternehmens oder bei der Teilnahme an Ausschreibungsverfahren – besteht insbesondere auch Handlungsbedarf bei der Verständlichkeit des Rechts.

Der Abschlussbericht wurde dem Koordinator der Bundesregierung für Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung Staatsminister Professor Dr. Helge Braun, MdB, übergeben.

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