EU startet eHealth-Aktionsplan

Mehr Patientenrechte im digitalen Gesundheitswesen

| Redakteur: Manfred Klein

Telemedizinische Anwendungen, hier das Tumorboard der Uni Greifswald, sichern in dünn besiedelten Gebieten eine optimale medizinische Versorgung – auch grenzüberschreitend
Telemedizinische Anwendungen, hier das Tumorboard der Uni Greifswald, sichern in dünn besiedelten Gebieten eine optimale medizinische Versorgung – auch grenzüberschreitend (Foto: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)

Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan vorgelegt, der Hindernisse zur Nutzung von eHealth-Lösungen im europäischen Gesundheitswesen aus dem Weg räumen soll. Unter anderem sollen Patienten mehr Kontrolle über ihre Gesundheitsdaten erhalten, die Interoperabilität verbessert und telemedizinische Anwendungen gestärkt werden.

Gleichzeitig soll der Aktionsplan die Einführung von eHealth beschleunigen sowie die wirtschaftlichen und medizinischen Potenziale der Technologie besser ausschöpfen.

Dazu hat man sich in Brüssel darauf verständigt, bestehende Rechtsunsicherheiten zu identifizieren und – wo möglich – zusammen mit den Mitgliedsstaaten zu eliminieren. Start-up-Unternehmen im eHealth-Bereich sollen zudem eine kostenlose Rechtsberatung erhalten.

Ein begleitendes Arbeitspapier zum Aktionsplan gibt einen ersten Überblick über die derzeit bestehenden gesetzlichen Regelungen, im Bereich der grenzüberschreitenden Telemedizin.

Der erste eHealth-Aktionsplan der EU wurde im Jahr 2004 verabschiedet. Seitdem hat die Europäische Kommission zielgerichtet politische Initiativen zur Förderung von eHealth in der EU entwickelt.

Der neue Aktionsplan zielt darauf ab, Ziele und Visionen für ein künftiges europäisches Gesundheitssystem unter Nutzung der Informationstechnologien im Einklang mit den Zielen der Strategie Europa 2020 und der Digitalen Agenda für Europa zu entwickeln.

Bis 2015 will die EU-Kommission zudem ein eHealth Interoperability Framework vorlegen, um grenzüberschreitende Angebote im Bereich der Telemedizin zu ermöglichen. Der Aktionsplan selbst läuft bis 2020.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für die Digitale Agenda, sagte anlässlich der Vorstellung des Aktionsplanes: „In Europas Gesundheitssystemen beginnen sich erste Risse zu zeigen. Es ist an der Zeit, dieses Modell aus dem 20. Jahrhundert einem Gesundheits-Check zu unterziehen. Der eHealth-Aktionsplan legt dar, wie wir die Vorteile eines digitalen Gesundheitswesen nutzen können und intelligente, sichere sowie eine patientenzentrierte Gesundheitsversorgung schaffen können.“

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