Suchen

Demografischer Wandel Mehr Leistung mit weniger Mitarbeitern

| Autor / Redakteur: Andreas Nold / Gerald Viola

Der demografische Wandel stellt die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen mit ihren rund 4,6 Millionen Mitarbeitern vor große Herausforderungen: Rund 35 Prozent der Beschäftigten, also deutlich mehr als eine Million Mitarbeiter, erreichen in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter.

Firmen zum Thema

Die geburtenschwachen Jahrgänge stellen die Öffentlichen Verwaltungen vor große Herausforderungen: Mehr Aufgaben für weniger Mitarbeiter Quelle: aboutpixel.de
Die geburtenschwachen Jahrgänge stellen die Öffentlichen Verwaltungen vor große Herausforderungen: Mehr Aufgaben für weniger Mitarbeiter Quelle: aboutpixel.de
( Archiv: Vogel Business Media )

Diese Abgänge müssen überwiegend ersetzt werden. Zugleich geht jedoch die Zahl Schul- und Hochschulabgänger tendenziell zurück – ebenso wie die Gesamtzahl der Menschen, die theoretisch für eine Beschäftigung zur Verfügung stehen: Während in Deutschland momentan rund 50 Millionen Menschen im Erwerbsalter sind, werden es 2050 nur noch rund 36 Millionen sein.

Die Verknappung ist in verschiedenen Qualifikationsbereichen wie beispielsweise in der IT oder im Schulwesen bereits heute spürbar. Diese sich schon jetzt abzeichnende Personallücke geht einher mit wachsenden Anforderungen an die Öffentliche Verwaltung: Bürger und Politik erwarten, dass Behörden ihre Servicequalität verbessern, ihre Prozesse verschlanken, Bürokratie abbauen und Innovationsfähigkeit beweisen.

Mehr Aufgaben für weniger Mitarbeiter ist für die Öffentliche Verwaltung eine zentrale Herausforderung der nächsten Jahre. Wie können sie dieser begegnen?

Ressourcen zentral bereitstellen

Einer von mehreren möglichen Ansatzpunkten für erfolgreiches Verwaltungshandeln bei dünner Personaldecke liegt darin, allgemeine Leistungen der Öffentlichen Verwaltung, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören und die dezentral erbracht werden, auf zentrale Institutionen zu übertragen. In solchen sogenannten Public Shared Service Centern (PSSC) werden die Leistungen für eine Vielzahl von Behörden gebündelt.

Informatikdienstleistungen sind besonders geeignet für die Verlagerung in ein PSSC, da sich deren Kosten wegen der Skalierungseffekte erheblich senken lassen: Accenture rechnet mit einem Einsparpotenzial von bis zu 25 Prozent, BearingPoint sogar von bis zu 50 Prozent. Zugleich steigt die Qualität der IT-Services, da in den PSSC mehr spezialisierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen, sodass wiederum die Service Level höher liegen und die Durchlaufzeiten kürzer sind.

Zugleich können die Verwaltungen Leistungen in Anspruch nehmen, ohne selber Kapazitäten aufbauen zu müssen. Beispiel Datenanalyse: Analytics-Lösungen liefern Behörden zuverlässige Informationen für die strategische Steuerung, mit denen sie etwa die eigene Leistungsfähigkeit überwachen, die Servicequalität verbessern oder Schwachstellen in den Prozessen identifizieren können.

Die Spezialisten eines PSSC sind in der Lage, Analysen, Simulationen und Prognosen zentral für mehrere Verwaltungen durchzuführen. Der Vorteil: Die Behörden profitieren vom umfassenden Know-how dieser Spezialisten und entlasten zugleich ihre eigenen IT-Abteilungen.

Nächste Seite: Entscheidungshilfen auf Knopfdruck vom IT-System

(ID:2017255)