Koalitionsvertrag in Hamburg

Mehr Energieeffizienz für die Hansestadt?

| Autor / Redakteur: Torben Förster / Manfred Klein

Intelligente Energiekonzepte als Bestandteil eines Smart-City-Konzepts
Intelligente Energiekonzepte als Bestandteil eines Smart-City-Konzepts (Bild: M. Schuppich - fotolia.com)

Wenn die mittlere Last aller 40.000 Arbeitsplatzrechner der Hamburger Verwaltung um nur jeweils ein Watt steigt, entstehen zusätzliche Kosten von 70.000 Euro – das entspricht dem Gegenwert einer A15-Stelle. Der Hamburger Koalitionsvertrag sieht nun vor, den öffentlichen Unternehmen die Energieeffizienz als wesentliche Unternehmensleitline vorzugeben.

Dieses Kostenbeispiel erlaubt nicht nur eine Reihe von humoristischen Schlussfolgerungen, es zeigt auch, welches Potenzial in kleinsten Veränderungen stecken kann, sofern sie von den Verantwortlichen gefunden und verstanden werden.

Energiepreisbremse für den Verwaltungs-PC

Dabei ist die Grundlast von so vielen Faktoren abhängig, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst bei weitgehend identischen PCs völlig unterschiedlich ausfällt. Ist der Anwender häufig in Meetings? Funktionieren die integrierten Energiesparfunktionen? Funktioniert die nächtliche Abschaltung? Oder aber: Arbeitet die eingesetzte Technik effizient?

Diesen zentralen Fragen müssen sich nun auch – so zumindest verspricht es der neue Koalitionsvertrag – die öffentlichen Unternehmen Hamburgs stellen. Es müssen Energiemanager eingesetzt werden, die für ihr Unternehmen den individuellen Energieverbrauch messen und verfolgen – und die ihren Erfolg auch an den erzielten Einsparungen messen lassen. Ein wichtiger Faktor für diesen Erfolg ist die Transparenz auf allen Ebenen der Verwaltung.

Hilfreich dabei sind Energie-Managemnt-Systeme. Ein gutes Energie-Management-System (EMS) erfasst Messdaten aus einem bunten Strauß an Quellen – denn in der Regel ist bereits Sensorik verbaut – deren Daten jetzt aber in einem System zusammengeführt werden müssen.

Es bietet hürdenfreie Zugriffe für jeden Mitarbeiter, denn gerade in Bürogebäuden sind sie die wichtigsten und mündigsten Aktoren; werden sie mit aussagekräftigen und gut nachvollziebaren Informationen versorgt, werden sie einer Energieverschwendung aktiv entgegentreten. Erfahrungsgemäß ist das Interesse an einem solchen Engagement viel größer, als von vielen Verantwortlichen angenommen wird.

Als die Mitarbeiter des Umweltbundesamts gefragt wurden, ob es Freiwillige gäbe, die die IT-Infrastruktur ihres Büros im Rahmen einer Studie im regulären Betrieb vermessen lassen würden, gab es innerhalb weniger Stunden mehr Angebote als die vorgesehenen 80 Messausrüstungen. Die detaillierte Erfassung der Arbeitsgewohnheiten ist jedoch nicht als Preis für ein erfolgreiches Energiemanagement misszuverstehen.

Jeder Mitarbeiter erhält nur Zugriff auf die eigenen Daten und auf solche, die ausreichend aggregiert sind, um Rückschlüsse auf die Gewohnheiten der Büronachbarn zu verhindern. In der Regel reichen jedoch schon einige summarisch erfasste Werte, zum Beispiel der Gesamtbedarf für Beleuchtung, statt jeder einzelnen Schreibtischlampe.

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