Öffentliche Bibliotheken

Mehr Bürgernähe durch digitale Services

| Autor / Redakteur: Nicolai Sternitzke* / Susanne Ehneß

Ob Infrastruktur, Portal oder soziale Medien – die Digitalisierung fordert die Bibliotheken
Ob Infrastruktur, Portal oder soziale Medien – die Digitalisierung fordert die Bibliotheken (© Ermolaev Alexandr - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung ist für öffentliche Bibliotheken ein zentrales strategisches Thema. Dabei geht es nicht nur um freies WLAN oder um modernes Equipment für die Bibliothekskunden. Wichtig sind auch leistungsstarke Plattformen, mit denen das digitale Medienangebot bereitgestellt und die Nutzerinnen und Nutzer an vielfältigen Online-Aktivitäten der Bibliothek beteiligt werden. Ein Gastbeitrag von Nicolai Sternitzke von Axiell.

Mithilfe von Angeboten zur Förderung der Medienkompetenz am „Lernort Bibliothek“, eines Gaming-Konzeptes, zielgruppenorientierter Veranstaltungen und Workshops zu diversen Themen kann sich die Bibliothek durch ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges digitales Angebot stärker ins Bewusstsein der Bürger bringen. Zugleich gewinnt sie nach­haltig an Attraktivität innerhalb der Kommune.

Dabei spielen neben dem direkten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern aller Altersstufen die Bibliothekswebsite, populäre Social-Media-Plattformen und beispielsweise ein eigener Bibliotheksblog eine wesentliche Rolle.

Entscheidend ist, die Interessenschwerpunkte der Bibliotheks­kunden zu erkennen und mit interaktiven Angeboten anzusprechen. So bleibt die öffentliche Bibliothek auch im digitalen Zeitalter einer der zentralen Orte für Kommunikation, Lernen und neue Erlebnisse in der Kommune. Im Folgenden werden zwei wesentliche Bereiche vorgestellt.

Digitaler Zugang zu den Medien

Öffentliche Bibliotheken haben den Auftrag, die Lesefähigkeit, die Kreativität und das Bürgerbewusstsein in ihren Kommunen zu fördern. Hierbei handelt es sich um eine Querschnittsaufgabe, die alle Bevölkerungsgruppen in der Gemeinschaft berücksichtigt, aber keine sozialen Hierarchien kennt.

Für die Bibliothek bedeutet das in der Praxis, dass die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedes eingesetzte digitale Serviceanbot – sei es im eigenen Hause entwickelt oder von externen Anbietern – über ein modernes lokales Bibliotheksportal vermitteln.

Das sorgt für einen direkten Austausch mit den Einwohnern und ermöglicht bessere Einblicke in ­ihre aktuellen Bedürfnisse sowie Interessen. Dieser Austausch wiederum bietet der Bibliothek die ­Basis, ihre Services für die Gemeinschaft vor Ort bürgernah weiterzuentwickeln. Zum digitalen Serviceportfolio gehören zahlreiche Dienste. Diese reichen von lizensierten eContent-Angeboten über Film-Streaming-Dienste, interaktive bibliothekspädagogische ­Spiele bis hin zu digitalen Schreibwerkstätten und Programmierworkshops.

Es ist ebenso Aufgabe der öffentlichen Bibliothek, den Bürgerinnen und Bürgern relevante und qualitativ hochwertige Quellen zu empfehlen, die sich an aktuellen Interessen, Trends und Bildungsthemen orientieren. Hier sollte im Vergleich zu vielen Massenmedien die Prämisse „Qualität vor Quantität“ gelten. Dies kann beispielsweise durch das zusätzliche Angebot von Newsfeeds, Brockhaus und Wikipedia unterstützt werden. Die Bibliothek muss außerdem dafür sorgen, dass eine hohe Qualität der angebotenen digitalen Quellen für ihre Nutzerinnen und Nutzer garantiert ist.

Des Weiteren kann das lokale Bibliotheksportal die Außendarstellung der Kommune entscheidend mitgestalten und prägen. So können beispielsweise die Bestände der kommunalen Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Archive und Museen auf einer digitalen Plattform durch den Einsatz von Linked-Open-Data-Technologie zusammengeführt werden. So hilft die Bibliothek, dass kulturelle Erbe der Stadt für eine einheitlichen Suche und Anzeige aufzubereiten und zu präsentieren.

Digitale Kommunikation

Der persönliche Kontakt mit Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und ihre professionellen Beratungskompetenzen können nicht durch die neuen Möglichkeiten der Online-Kommunikation ersetzt werden. Doch bietet das Internet zusätzlich andere Kommunikationsmöglichkeiten zwischen ­Bibliothek und Nutzer. Stichwort: soziale Medien.

Social Media kann die lokalen digitalen Services der Bibliothek zusätzlich unterstützen und Nutzern praktische Dienste ohne zeitliche Verzögerung näherbringen. Auf den einschlägigen Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und YouTube können Medien empfohlen, entdeckt und Erfahrungen ­öffentlich geteilt werden. Soziale Medien bieten die Möglichkeit, ­Bibliothekskunden auf diverse ­Aktivitäten in der Bibliothek aufmerksam zu machen, sich zu registrieren oder persönliche Kontakte, die man mit und in der Bibliothek geknüpft hat, online weiterzupflegen. Auch die Bibliothek profitiert: Der enge Kontakt – online wie offline – bietet die Chance, Lesefähigkeiten oder digitale Kompetenzen zu vermitteln und im gleichen Zuge ein wertvolles authentisches Feedback zu erhalten, um die Dienste nachträglich zu optimieren.

In Abhängigkeit von der Personalkapazität und der Mitwirkung der Bibliothekskunden kann die Anzahl der Aktivitäten in der Bibliothek gesteigert und variiert werden. Gemeinschaft und Bibliothek können gemeinsam Aktivitäten wie Workshops, Kurse, Konzerte und Diskussionsabende für die Gemeinschaft selbst organisieren. Der Bibliothek kommt dabei die Aufgabe zu, diese Angebote auf ihrem Portal zu bewerben und die erforderlichen Räumlichkeiten bereit zu stellen.

Nicolai Sternitzke
Nicolai Sternitzke (Bild: Axiell)

Nehmen wir eine Schreibwerkstatt für junge Autoren oder einen Malwettbewerb: Hierfür kann die Bibliothek Ressourcen bereitstellen, die Veranstaltungen moderieren und die Events über soziale ­Medien ankündigen. Passende und inspirierende Quellen zum Wettbewerb können auf dem Bibliotheksportal empfohlen, bereitgestellt und die Events im digitalen Bibliotheks­kalender prominent angezeigt werden. Die Veranstaltungen selbst können darüber hinaus über die sozialen Medienkanäle der Bibliothek begleitet werden.

Fazit

Die Digitalisierung stellt für öffentliche Bibliotheken eine große ­Herausforderung dar, ganz gleich, ob es um eine bessere IT-Infrastruktur, ein zeitgemäßes Bibliotheksportal oder um den sinnvollen Einsatz sozialer Medien geht. Zugleich ergibt sich daraus nicht nur die einmalige Chance, mit den Bürgern der Kommune stärker und gezielter in den Dialog zu treten und eine bessere Beziehung aufzubauen, sondern auch die Menschen vor Ort im Rahmen verschiedener Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte zur Mitwirkung zu mobilisieren.

Digitale Services können optimal von der Bibliothek beworben werden und die Position der Bibliotheken innerhalb ihrer Kommunen nachhaltig stärken. Mit den richtigen Lösungen und den richtigen Partnern an ihrer Seite, werden Bibliotheken von der Digitalisierung profitieren.

*Der Autor: Nicolai Sternitzke, Account Manager, Axiell Deutschland

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