Interview

„Mehr Augenmerk auf kleinere Behörden“

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Das baden-württembergische Informationssystem für Landtagsabgeordnete dient ja weniger der Verwaltung, als der politischen Entscheidungsfindung. Welche Projekte schweben der SAP in dieser Richtung für die Zukunft vor, und wo gibt es bereits ähnliche „politische“ Projekte, die auch in Deutschland realisiert werden könnten?

Rembor: Es stimmt, dass das neue Infosystem nicht allein der nüchternen ökonomischen Analyse betriebswirtschaftlicher und haushalterischer Kennzahlen dient. Denn Politik definiert sich in erster Linie über Wahlerfolge als sichtbarem Ausdruck getaner politischer Arbeit. Woran es bislang allerdings weitgehend mangelt, sind IT-basierende Führungsinformationssysteme, die politischen Mehrwert messbar und dokumentierbar machen. Das wollen wir ändern helfen. Bei SAP unterstützen wir den am politischen Mehrwert orientierten Ansatz mit den Möglichkeiten von SAP BI, SAP Balanced Scorecards oder auch SAP Programm Management. Auf diese Weise wollen wir dazu beitragen, dass das Beispiel Baden-Württembergs bald möglichst weiträumig Schule macht. Erste konkrete Schritte in diese Richtung hat bereits das Land Hessen gemeinsam mit SAP unternommen. Interesse besteht aber auch vonseiten anderer Bundesländer.

Seit mehreren Jahren definiert SAP den Öffentlichen Sektor als Fokus-Branche: Wo steht Ihr Unternehmen in diesem Bereich weltweit, in Europa und in Deutschland? Welche Ziele verfolgen Sie mittelfristig?

Rembor: Die bisherigen Ergebnisse bestätigen uns in der Entscheidung, dem Öffentlichen Sektor besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Schließlich werden mittlerweile rund zehn Prozent des Gesamtumsatzes der SAP in dieser Branche erzielt. Diesen Weg wollen wir fortsetzen und weiterhin zweistellig wachsen.

Dazu werden wir unser Lösungsangebot in zwei Richtungen ausbauen:

Inhaltlich wollen wir über die rein administrativen Prozesse hinaus spezifische Fachaufgaben steuern helfen, wie sie beispielsweise in Zusammenhang mit der EU-Dienstleistungsrichtlinie, in Sicherheitsbehörden oder im Gesundheitswesen anfallen.

Außerdem werden wir unser Augenmerk künftig vermehrt auf Behörden kleiner und mittlerer Größe richten. Hierfür müssen wir unsere Lösungen auf diese Zielgruppe zuschneiden und unsere Partner entsprechend einbinden.

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