Informationsnetzwerke im Projektmanagement

Mehr Akzeptanz für eGovernment

| Autor / Redakteur: Robert Duchstein / Manfred Klein

Fallstudie zur eID-Funktion des nPA

Eine Analyse zur Einführung der eID-Funktion des neuen Personalausweises testete rückwirkend diese Hypothese. Dabei kam ein zweistufiges Forschungsdesign zur Anwendung.

In einem ersten Schritt wurde eine quantitative Netzwerkanalyse durchgeführt, deren Ergebnisse in einem zweiten Schritt die Grundlage für eine statistische Analyse bildeten. Mithilfe einer quantitativen Netzwerkanalyse werden die Beziehungen zwischen alle Akteuren eines gegebenen Netzwerkes untersucht. Netzwerkstatistische Berechnungen lassen dann Rückschlüsse auf die Struktur des Netzwerkes sowie auf die Rollen und Positionen einzelner Netzwerkakteure zu.

Bei der Einführung des neuen Personalausweises wurden die Teilnehmer des zentralen eID-Anwendungstests – rund 40 Unternehmen verschiedener Branchen und verschiedene Verwaltungseinheiten – als Informationsnetzwerk modelliert. Die Teilnehmer waren potenzielle Anbieter eines eID-Service und konnten als mögliche Nutzer der neuen eGovernment-Technologie gesehen werden.

Mit einem Online-Fragebogen wurden rückwirkend alle bestehenden Netzwerkverbindungen zwischen den beteiligten Akteuren erhoben. Um die Position der Akteure in diesem Netzwerk zu untersuchen, wurde der Anteil der Netzwerkbeziehungen eines einzelnen Akteurs an den möglichen Beziehungen innerhalb des Netzwerks errechnet. Somit konnte jedem Akteur ein prozentualer Gradzentralitätswert zugeordnet werden, beispielsweise 4,25 Prozent für Akteur A. Weiterhin bewerteten die Akteure ihre Netzwerkbeziehungen nach der Qualität der ausgetauschten Informationen.

Die so errechneten Zentralitätswerte dienten als unabhängige Variable einer statistischen Analyse. Als abhängige Variable fungierte die Einführung eines eID-Service nach dem Anwendungstest. Die Qualität der jeweiligen Netzwerkbeziehungen ging als Kontrollvariable mit in die Analyse ein. Mit einer logistischen Regression wurde schließlich überprüft, ob eine hohe Netzwerkzentralität eines Akteurs die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er einen eID-Service einführt.

Zentralität in Netzwerken steigert A­kzeptanz

Die Ergebnisse der statistischen Analyse zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit zur Einführung eines eID-Services signifikant steigt, je zentraler die Position des Akteurs im Informationsnetzwerk ist. Schätzt man die Stärke des Effekts, so zeigt sich, dass schon eine Erhöhung der Netzwerkzentralität eines Akteurs um nur ein Prozent eine um 14 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit der Einführung eines eID-Service nach sich zieht.

Darüber hinaus spielt auch die Qualität der ausgetauschten Informationen eine Rolle: Je höher der Informationsgehalt der Beziehungen eines Akteurs ist, desto eher führt dieser einen eID-Service ein. Die Hypothese konnte also zunächst bestätigt werden. Dies bedeutet, dass Spezial- und Fachwissen, welches über Informationsnetzwerke ausgetauscht wird, eine wichtige Rolle im Hinblick auf Akzeptanz und Einsatz von eGovernment-Technologien spielt.

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Guten Tag, ich interessiere mich für den Volltext der hier erwähnten Masterarbeit. Können...  lesen
posted am 09.10.2013 um 14:04 von Unregistriert


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