Informationsnetzwerke im Projektmanagement

Mehr Akzeptanz für eGovernment

| Autor / Redakteur: Robert Duchstein / Manfred Klein

Netzwerke erleichtern W­issensaustausch

Das Konzept des tacit knowledge stammt aus der Psychologie und wurde zunächst zur Erklärung von implizitem und organisationalem Lernen verwendet. Doch tacit knowledge spielt auch eine wichtige Rolle im Hinblick auf eGovernment-Technologien: Immer komplexere und anspruchsvolle eGovernment-Angebote erfordern von Benutzern ein hohes Maß an Spezialwissen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf technische Voraussetzungen, Sicherheitsmechanismen und Kompatibilitätsfragen.

Ist eine neue eGovernment-Technologie objektiv von hohem Nutzwert, wirkt sich der Zugang zu Spezialwissen positiv auf die Akzeptanz dieser Technologie aus. Anders gesagt: Nur wenn Benutzer über solches Spezialwissen verfügen, können sie den funktionalen Nutzwert einer neuen Technologie einschätzen. Dadurch erhöht sich die Akzeptanz der Technologie. Zudem reduziert sich die wahrgenommene Komplexität für die Nutzer. Für die Benutzer ist demnach der schnelle und direkte Zugang zu tacit knowledge wichtig.

Wie kann es den potenziellen Nutzern gelingen, sich relevantes Spezial­wissen zu erschließen? Interessante Erkenntnisse hierzu liefern Studien zu Innovationsclustern wie dem Silicon Valley.

Wissenschaftler konnten zeigen, dass Spezialwissen vor allem durch Netzwerke übertragen wird. Wiederholte persönliche Kontakte zwischen den Netzwerkakteuren schaffen Vertrauen und ermöglichen sowohl einen bewussten als auch einen unbewussten Wissenstransfer (knowledge spillover).

Auf dieser Erkenntnis aufbauend untersuchten Forscher die Struktur von Informationsnetzwerken und stellten einen Zusammenhang zwischen der Netzwerkposition eines Akteurs und seiner Innovationsfähigkeit her. Akteure, die eine zentrale Position in einem Informationsnetzwerk innehaben, verfügen über viele Verbindungen und haben über viele Kanäle Zugang zu tacit knowledge. Sie können daher leicht Spezialwissen erwerben und nutzen.

Im Kontext der Akzeptanz von eGovernment-Anwendungen führt direkter und wiederholter Austausch mit anderen Nutzern, Anbietern und weiteren Stakeholdern dazu, dass sich potenzielle Nutzer das notwendige Spezialwissen aneignen können. Es lässt sich schlussfolgern, dass die Wahrscheinlichkeit für die Akzeptanz von eGovernment-Technologien steigt, wenn potenzielle Nutzer eine zentrale Position in relevanten Informationsnetzwerken einnehmen.

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Guten Tag, ich interessiere mich für den Volltext der hier erwähnten Masterarbeit. Können...  lesen
posted am 09.10.2013 um 14:04 von Unregistriert


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