Helix Medical

Medizintechnik mit besonderem Stellenwert

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Die Freudenberg Gruppe produziert bekannte medizintechnische sowie mechatronische Produkte. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Miniaturisierung gelegt
Die Freudenberg Gruppe produziert bekannte medizintechnische sowie mechatronische Produkte. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Miniaturisierung gelegt (Bild: Freudenberg & Co.KG)

Die Medizintechnik nimmt seit 1957 innerhalb der Freudenberg Gruppe einen besonderen Stellenwert ein. Innovationen wie biologisch abbaubare Wundauflagen, Systeme zur Überwachung der Lungenfunktion in Echtzeit oder Mikroimplantate erleichtern das Leben von Patienten und Ärzten.

Die Geschäftsgruppe Helix Medical hat sich in den vergangenen 30 Jahren als Anbieter von Präzisionskomponenten aus Silikon und Thermoplast, minimal-invasiven Geräten und Stimmprothesen einen Namen gemacht. Auf der Medica/ComPaMED in Düsseldorf stellte Helix Medical unter anderem sein Technologieprogramm „HelixMicro vor“, das sich auf medizinische Lösungen im Miniaturformat spezialisiert hat.

Großgeschrieben: die Miniaturisierung

Ein wichtiger Trend in der Medizintechnik ist die Miniaturisierung. Für Silikonpräzisionskomponenten ist in modernen medizinischen Geräten häufig nur sehr wenig Platz vorgesehen. Nicht selten sind einzelne Bauteile nur noch wenige Millimeter groß. Dabei müssen sie ihre Funktionen, die immer vielschichtiger werden, trotzdem verlässlich erfüllen. Die Folge: Auch die Formen von Komponenten werden komplexer und Toleranzgrenzen enger. Helix Medical hat sich diesen Herausforderungen angenommen.

An seinem Produktionsstandort im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern hat der Medizintechnikspezialist das Technologieprogramm HelixMicro entwickelt und installiert. Das Programm kombiniert die technische Ausrüstung mit der Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz von Helix Medical.

So entsteht ein Angebotsspektrum, unter anderem Silikonschläuche mit einem Durchmesser von 0,2 Millimetern und weniger sowie mit Maßtoleranzen im Bereich von Hundertsteln Millimetern.

Diese Schläuche werden beispielsweise in Hörprothesen eingesetzt. Für Implantate aus dem Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder der Neurologie produziert Helix Medical Silikonformteile mit dem Präzisionsspritzgussverfahren. Das im Produktionszyklus verbrauchte Material, das sogenannte Schussgewicht, beträgt dabei weniger als ein Milligramm.

Die Mischung macht's ...

„Unser Mix aus Maschinenpark, Prozesskompetenz und Entwicklungsunterstützung macht den Unterschied“, erläutert René Heilmann, Marketingleiter bei Helix Medical. Besondere Bedeutung kommt beim HelixMicro-Programm den der eigentlichen Formgebung nachgelagerten Prozessen zu. Dazu stehen verschiedene Behandlungen und Beschichtungen zur Verfügung. Je nach Material und gewünschtem Effekt kann dem Silikon eine wasserabweisende oder -lösliche, eine ölabweisende oder -lösliche Charakteristik mitgegeben werden. Des Weiteren lässt sich zusätzlich Reibung reduzieren, indem man beispielsweise die Klebeneigung des Silikons durch eine gezielte Oberflächenmodifikation ausschaltet. Reibungsreduzierung ist immer dann ein Thema, wenn ein Silikonteil in einem automatisierten Prozess in die Anwendung montiert wird. „Bei Präzisionsformen, die nur ein paar Millimeter groß sind, wird es sehr spannend. Durch Oberflächenmodifikationen mit Nanotechnologie kann man ein Silikonteil richtiggehend programmieren“, erklärt Heilmann.

Ein Familienunternehmen mit Tradition

Die Freudenberg Gruppe ist ein Familienunternehmen, das seinen Kunden technisch anspruchsvolle und beratungsintensive Produkte und Dienstleistungen bietet. Die Unternehmensgruppe entwickelt und produziert Dichtungen, schwingungstechnische Komponenten, Filter, Vliesstoffe, Produkte zur Oberflächenbehandlung, Trennmittel und Spezialschmierstoffe, medizintechnische sowie mechatronische Produkte.

Vor allem für mittelständische Unternehmen entwickelt Freudenberg Softwarelösungen und IT-Dienstleistungen. Unter den Markennamen vileda, O-Cedar, Wettex, Gala und SWASH findet der Endverbraucher fortschrittliche mechanische Reinigungsprodukte von Freudenberg im Handel. Im Jahr 2013 beschäftigte die Freudenberg Gruppe rund 40.000 Mitarbeiter in rund 60 Ländern und erwirtschaftete einen Umsatz von mehr als 6,6 Milliarden Euro. Das Unternehmenist heute im Bestiz von rund 320 Nachkommen des Firmengründers Carl Johann Freudenberg.

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