Arnzeimittelversorgung

Medikamentenkauf im Internet

| Redakteur: Ira Zahorsky

Bereits mehr als jeder zweite Internetuser kauft seine Medikamente nicht mehr im Laden
Bereits mehr als jeder zweite Internetuser kauft seine Medikamente nicht mehr im Laden (Bild: Pixabay/Hayleybarcar)

Speziell in der kalten Jahreszeit – Erkältungszeit – ist es praktisch, dass man sich Medikamente auch bequem von der Couch aus per Internet bestellen kann. Bereits mehr als jeder zweite Internetnutzer tut dies, meint der Bitkom.

31 Millionen Menschen bestellen einer Bitkom-Umfrage zufolge ihre Medikamente online. Arzneimittel belegen somit den vierten Platz im Produkt-Ranking beim Online-Kauf hinter Kleidung, Büchern und elektronischen Haushaltsgeräten.

Die Zahl der Käufer bei Versandapotheken steigt stetig: 2012 ware es 30 Prozent der Internetnutzer, 2015 bereits 49 Prozent. „Die Online-Bestellung von Medikamenten spart Zeit, Geld und Mühe. Besonders im ländlichen Raum, für chronisch kranke, alte und mobil eingeschränkte Menschen ist der Online-Versandhandel der einfachste Weg zur Arnzeimittelversorgung. Die Menschen wollen möglichst lange autonom zu Hause leben und gleichzeitig gut versorgt sein“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder im Vorfeld der Medizinmesse Medica in Düsseldorf.

Besonders beliebt sind Online-Apotheken bei Frauen und älteren Menschen. Sechs von zehn weiblichen Internetnutzern (60 Prozent) bestellen Medikamente online, bei den Männern ist es die Hälfte (50 Prozent). Während nur ein Drittel (33 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen online Medikamente kauft, sind es bei den über 65-Jährigen knapp zwei Drittel (62 Prozent). Auch die 30- bis 49-Jährigen (62 Prozent) und die 50- bis 64-Jährigen (61 Prozent) bestellen gerne bei Versand-Apotheken.

Keine verschreibungspflichtigen Medikamente mehr

Allerdings will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Oktober, das die einheitlichen Abgabepreise im grenzüberschreitenden Versandhandel nach Deutschland für unzulässig erklärt. Durch das Urteil können ausländische Versandapotheken Medikamente in Deutschland günstiger anbieten als deutsche Apotheken. Um das zu verhindern, will das Bundesgesundheitsministerium den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten komplett abschaffen.

„Das geplante Verbot des Online-Versandhandelns trifft vor allem immobile Patienten. Sie werden dadurch vom einfachsten und günstigsten Weg an ihre Medizin zu kommen, ausgeschlossen“, so Rohleder. Ein größerer Preiswettbewerb im Gesundheitswesen käme Patienten, aber auch Krankenkassen, Ärzten und Krankenhäusern sehr zugute.

„Verbote sind der falsche Weg. Apotheken sollten vielmehr darin unterstützt werden, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“, so Rohleder. Dazu müsse das deutsche Recht angepasst werden, damit auch in Deutschland ansässige Apotheken online günstig Arzneimittel anbieten können. Andernfalls drohten den deutschen Apotheken massive Umsatzverluste.

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