Modernisierung nach Maß

MDR erneuert verschlissene Kühleinheiten der Gebäudeinfrastruktur mit SCHÄFER IT- Systems

| Autor / Redakteur: Simon Federle* / Ira Zahorsky

Die verschlissenen Anlagen des MDR-Rechenzentrums in Leipzig wurden bereits 2012 getauscht
Die verschlissenen Anlagen des MDR-Rechenzentrums in Leipzig wurden bereits 2012 getauscht (Bild: Mitteldeutscher Rundfunk)

Infolge geänderter Anforderungen der Verbraucher an die Kühlung waren neue Lösungen für die Modernisierung der Versorgungskonzepte von Fernseh-, Hörfunk- und IT-Geräteräumen des MDR notwendig. Im Rahmen des Vorhabens konnte die Abteilung Technische Gebäudeinfrastruktur (TGI) in Abstimmung mit SCHÄFER IT-Systems ein passendes Konzept entwickeln. Der Austausch der verschlissenen Kühleinheiten und die Optimierung der Technikkühlung erfolgte bisher an den Standorten Dresden, Erfurt und Magdeburg.

Die Abteilung Technische Gebäudeinfrastruktur des MDR ist seit 1992 für alle versorgungstechnischen Anlagen und Einrichtungen des gesamten Mitteldeutschen Rundfunks zuständig. Aufgrund des notwendigen Austauschs der verschlissenen Kühleinheiten in den Geräteräumen, die seit mehr als 15 Jahren im Einsatz waren, wurde das bestehende Klimatisierungskonzept überprüft und nach einer zeitgemäßen, anforderungsgerechten und gleichzeitig wirtschaftlichen Lösung gesucht.

Nach einer ersten Ausschreibung im Jahr 2012 wurden in der Zentrale des MDR in Leipzig verschlissene Altanlagen ausgetauscht. Zur Effizienzsteigerung wurden Kaltgangeinhausungen errichtet. Für mehrere Rack-Reihen wurden OLS- und CLS- Seitenkühler der SCHÄFER IT-Systems installiert. Letztere hatte SCHÄFER seitdem zu iQdata Sidecoolern weiterentwickelt. Seit Herbst 2016 wurden die verschlissenen Kühleinheiten der Standorte Dresden, Erfurt und Magdeburg ausgetauscht. Magdeburg startete im November 2016, Dresden ging im Mai 2017 in Betrieb, Erfurt folgte Anfang Juni.

Dabei wurden nicht nur Lösungen für eine effizientere Kühlung erarbeitet. Gleichzeitig wurde die Energiebilanz verbessert und die Zukunftsfähigkeit hinsichtlich der elektrotechnischen Ausstattung der Racks berücksichtigt. Durch SCHÄFERs intelligente Power Distribution Units (PDUs) zum Beispiel konnte die Leistung in den Racks beziehungsweise Gängen mit der Gesamtkältebilanz korreliert werden, um die Systeme perspektivisch den Leistungsgrenzen zu nähern und gleichzeitig Verfügbarkeitsdefizite zu vermeiden.

Komplexe Betriebsbedingungen

„Der technologische Lösungsansatz berücksichtigt die Komplexität der Betriebsbedingungen. Die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der neuen Sidecooler in Bezug auf mögliche Luft- und Kaltwassertemperaturen hat uns bei den bisherigen Einsätzen überzeugt“, sagt Jens Dittrich, Abteilungsleiter der TGI.

Installiert wurden insgesamt zwei verschiedene Lösungen. Neben einem klassischen Kaltgang setzt Dittrich wo immer möglich auf die von der TGI bevorzugte Klimatisierung durch geschlossene Systeme. Die geschlossenen Gestelle und Kühleinheiten sind unabhängig von der bestehenden Raumsituation. So kann eine den Anforderungen der aktuellen Technik angepasste Kühlung ohne Beeinflussung der restlichen Raumsituation sichergestellt werden. „Eine wichtige Eigenschaft, da mit konventionellen Lösungen wie Kalt- oder Warmgängen respektive Zonen, die umgebende Technik in der Regel negativ beeinflusst wird. Dadurch ist es uns gelungen, ein Raum-in-Raum-Konzept zu errichten, das auf die modernen Anforderungen der Technik ausgelegt ist – sowohl hinsichtlich der Leistung als auch der Verfügbarkeit“, sagt Thomas Wermke, Bereichsleiter SCHÄFER Ausstattungssysteme GmbH, der damit unter anderem auch SCHÄFER IT-Systems verantwortet.

Die Installation konnte innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Die Inbetriebnahme wurde am Ende gemeinsam durchgeführt. Zum einen, da die TGI ebenfalls die Kaltwasser- und Elektroversorgung in Betrieb nahm sowie für die Kommunikation und Integration in die zentrale Gebäudeleittechnik des MDR verantwortlich ist. Zum anderen konnte so die Funktionsweise nähergebracht werden, sowohl einfach für Benutzer als auch tiefgründiger für Betreiber. Gleichzeitig wurden damit individuelle, in der Praxis auftretende Schwierigkeiten behoben. So erkannte TGI beispielsweise, dass in der Grundeinstellung arbeitende Komponenten unter Umständen für sie nicht mehr handhabbar waren. Es war daher sinnvoll, die benötigte Parametrierung beziehungsweise Programmierung selbst durchführen zu können. Solche Erfahrungswerte wurden bei den darauffolgenden Inbetriebnahmen direkt umgesetzt.

Energieverbrauch halbieren

Wirtschaftliches Handeln ist die Basis bei allen Erneuerungs- und Modernisierungsvorhaben. „Anhand der gegenwärtigen Messdaten kann davon ausgegangen werden, dass sich die Energieverbräuche der neuen Systeme im Verhältnis zu den alten halbieren, basierend auf der Erhöhung des Gesamtwirkungsgrades“, sagt Dittrich. Wermke: „Das neue System stellt hinsichtlich Verfügbarkeit und Effizienz eine merkliche Steigerung zum Bestandssystem dar. Begründet ist das hauptsächlich in der Skalierbarkeit. Gleichzeitig garantiert es eine Zukunftsfähigkeit. Mit dem gemeinsam umgesetzten System haben wir eine langfristige Lösung installiert, die im Gesamten sowie in den verbauten Komponenten auch für längere Zeit verfügbar bleibt.“

*Der Autor Simon Federle ist freier Journalist.

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