FIT-Store geht an den Start Marktplatz für digitalisierte Verwaltungsdienstleistungen

Redakteur: Eva Hornauer

Der immer mal wieder heftig kritisierte Marktplatz der FITKO geht nun an den Start. Das erste dort angebotenen Leistungsbündel stammt aus Brandenburg. Weitere sollen in Kürze folgen.

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Durch den FIT-Store der FITKO soll die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen schneller vorangehen. Etwa 600 dieser Dienstleistungen müssen zur Umsetzung des OZGs bis Ende 2022 digitalisiert werden
Durch den FIT-Store der FITKO soll die Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen schneller vorangehen. Etwa 600 dieser Dienstleistungen müssen zur Umsetzung des OZGs bis Ende 2022 digitalisiert werden
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Bis Ende 2022 sollen Öffentliche Verwaltungen knapp 600 Verwaltungsdienstleistungen digitalisieren. Diese digitalen Dienstleistungen müssen nach dem „Einer für Alle“ (EfA)-Prinzip erarbeitet werden. Das bedeutet, dass ein Land Verwaltungsdienstleistungen so digitalisieren muss, dass andere Länder diese übernehmen und nachnutzen können. Im FIT-Store der FITKO können Bundesländer dann diese Leistungen anbieten oder einkaufen.

Der FIT-Store bildet den rechtlichen Rahmen. „Die Bereitstellung der Online-Dienste über den FIT-Store erfolgt aktuell nach dem Modell Software-as-a-Service (SaaS)“, sagt Mareike Banaszak, die in der FITKO als Juristin den FIT-Store betreut und sowohl Anbieter von Leistungen als auch an der Nachnutzung interessierte Länder hinsichtlich der Verträge berät und bis zum Vertragsabschluss begleitet.

FITKO und FIT-Store als Vermittler

Länder, die digitale Dienstleistungen entwickelt haben, können diese über den FIT-Store anbieten. Das Angebot kann dann von anderen Ländern eingesehen werden. Sollte ein Land Interesse an einem Angebot haben, leitet die FITKO diese Interessensbekundung an das Entwickler-Land weiter. Die FITKO stellt mit dem FIT-Store also eine Plattform, auf der digitale Verwaltungsdienstleistungen angeboten und nachgefragt werden können. Die FITKO übernimmt die Vermittlerrolle und sorgt mit standardisierten SaaS-Verträgen auf beiden Seiten für Rechtssicherheit.

Der IT-Planungsrat, ein politisches Steuerungsgremium von Bund und Ländern, das die Zusammenarbeit von Bund und Ländern koordiniert, verabschiedete die standardisierten Vertragsbedingungen – die SaaS-Verträge – zur Anwendung. Damit sei die Legitimationsgrundlage für den Austausch von digitalen Verwaltungsleistungen im FIT-Store gelegt.

Angebote im FIT-Store

Die ersten Leistungen wurden vom Bundesland Brandenburg im FIT-Store angeboten. Das Leistungsbündel „Aufenthaltstitel, Aufenthaltskarten und aufenthaltsrelevante Bescheinigungen“ aus Brandenburg ermöglicht die Online-Beantragung eines Aufenthaltstitels unter Berücksichtigung verschiedener Aufenthaltszwecke und Antragsgründe. Mittlerweile steht auch der „Digitale Bauantrag“ aus Mecklenburg-Vorpommern im FIT-Store zur Verfügung. Demnächst würden etwa auch digitale Verwaltungsdienstleistungen zum Arbeitslosengeld II, dem Prostitutionsgesetz, dem Gaststättengewerbe, der Pfandleihe oder zum digitalen Führerscheinantrag im FIT-Store zur Verfügung stehen.

Fazit

Dadurch, dass durch den FIT-Store bereits digitalisierte Verwaltungsdienstleistungen auch für andere Länder angeboten werden können, könne der Digitalisierungsaufwand, der zur OZG-Umsetzung den Ländern bevorsteht, verringert werden.

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